In Norwegen

Weil es niemand will: Walfleisch wird zu Hundefutter verarbeitet

Walfang in Norwegen
Walfang in Norwegen
© dpa, Michael Tenten, vco

22. Oktober 2021 - 7:18 Uhr

Walfang hat in vielen Ländern Tradition

In einigen Ländern wie Norwegen, Dänemark oder Japan hat der Walfang eine lange Tradition, und Walfänger vor Ort wollen nicht davon ablassen. Und das, obwohl die Nachfrage immer geringer wird. Denn der Walfang steht in vielen Ländern stark in der Kritik. In Norwegen führt das jetzt dazu, dass bereits geschlachtete Wale zu Hundefutter verarbeitet werden.

Sechs Tonnen Walfleisch werden zu Hundefutter

Große Tierschutzorganisationen protestieren seit Jahren gegen den Walfang – mit Erfolg. Zumindest die Nachfrage sinkt immer weiter. Doch es werden weiterhin viele Meeressäuger gefangen und geschlachtet. In Norwegen sollen es nach Angaben der Walschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) in diesem Jahr knapp 600 Schweinswale gewesen sein, berichtet Geo.de.

Doch ein Fischereiunternehmen auf den Lofoten findet jetzt nur noch schwerlich Kunden für die Tonnen an Walfleisch. Laut WDC verkauften sie statt an die Lebensmittelbranche knapp sechs Tonnen an ein Tourismusunternehmen, dass Touren mit Schlittenhunden in Spitzbergen anbietet. Genehmigt habe das die norwegische Umweltbehörde.

Laut des gleichen Berichts sei es aber auch gängige Praxis, Teile der getöteten Wale wieder ins Meer zu Kippen – darunter Fleisch und Speck. "Während die Welt verzweifelt darüber berät, wie das Artensterben und der Klimakollaps verhindert werden können," kommentiert Astrid Fuchs, Kampagnenleiterin bei WDC, "erlaubt Norwegen die Schlachtung von Walen für Hundefutter."

Viele Walarten am Rande des Aussterbens

Auch auf den Färöer Inseln werden in einer jährlichen Tradition Hunderte Delfine getötet. In diesem Jahr erreichte das Massen-Abschlachten eine traurigen Rekord: 1.400 Delfine und Grindwale wurden getötet.

Tier- und Umweltschützer kritisieren den Walfang, weil viele Arten dadurch an den Rand der Ausrottung gebracht werden. Zudem sinkt die Nachfrage nach Walfleisch seit Jahren kontinuierlich. (lra)