Neue Corona-Verordnung greift

Weil er nicht geimpft ist: Bundesliga-Trainer muss mit Maske coachen

Paderborns Trainer Lukas Kwasniok ist ungeimpft.
Paderborns Trainer Lukas Kwasniok ist ungeimpft.
© deutsche presse agentur

27. November 2021 - 11:50 Uhr

Für ungeimpfte Teammitglieder gilt Maskenpflicht

Am Sonntag wird es in der zweiten Liga eine Premiere geben: Erstmals wird ein Trainer mit Mundschutz auf der Bank sitzen, seinen Spielern durch die Maske Anweisungen zubrüllen. Lukas Kwasniok, Chefcoach vom SC Paderborn, ist nicht geimpft – und ist deshalb verpflichtet dazu, die Maske im kompletten Stadionbereich bei der Arbeit mit seinem Team zu tragen. Hier greift die neue Corona-Verordnung.

Kwasniok: Keine Angst vor Corona-Infektion

Schon auf dem Trainingsplatz und in der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock war der 40-Jährige mit Maske zu sehen. "Bitte nicht wundern, die neue Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass aufgrund des Immunisierungsstatus unser Cheftrainer mit Maske auf der Pressekonferenz dabei ist", erklärte Paderborns Pressesprecher Matthias Hack.

In Nordrhein-Westfalen heißt es in den Corona-Regeln zum Sportbetrieb, dass – egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich – Übungsleiter, Trainer, Betreuer und alle weiteren Mitglieder des Teams "soweit sie nicht immunisiert sind" einen Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) oder PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) benötigen "und sie müssen während ihrer Tätigkeit eine medizinische Maske tragen". Kwasniok macht's vor.

Anfang November sagte er gegenüber der "Bild" über das Thema Impfdebatte: "Ich habe recht wenig Angst vor einer Impfung, genauso aber auch vor der Infektion."

DFL-Boss: 86 Vertragsfußballer nicht geimpft

ARCHIV - 04.08.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, ist auf dem Weg zu einer Pressekonferenz. (zu dpa "DFL: Noch keine Namen bei Nachfolgersuche für Seifert") Foto: Fra
DFL-Chef Christian Seifert
© dpa, Frank Rumpenhorst, fru sab pre cul

DFL-Boss Christian Seifert stellte im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" klar, dass zumindest der Anteil der ungeimpften Spieler in der ersten und zweiten Bundesliga mit ihren 36 Clubs sehr gering ist. Von mehr als 1000 Vertragsfußballspielern seien "Stand Mitte November" 86 nicht geimpft.

"Angesichts von teilweise mehr als 70 000 täglichen Neuinfektionen frage ich mich jetzt, ob es im Land nicht drängendere Probleme gibt als 86 ungeimpfte Fußballer", erklärte Seifert mit Blick auf die Forderung der Politik, auch für Fußball-Profis die 2G-Regel einzuführen und damit indirekt eine Impfpflicht einführen zu wollen. Der Noch-DFL-Boss, der Ende des Jahres seinen Posten räumt, betonte aber auch nochmal seinen Appell an alle, sich impfen zu lassen. (ana)