Spielerinnen-Organisation droht mit Konsequenzen

Wegen verschwundener Tennisspielerin: Keine Turniere mehr in China?

Peng Shuai
Peng Shuai
© REUTERS, ADNAN ABIDI, /FW1F/Nicholas Macfie

19. November 2021 - 8:25 Uhr

Sorge um vermisste Peng Shuai "größer als das Geschäft"

Das mysteriöse Verschwinden der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai zieht immer größere Kreise: Um den Druck auf China zu erhöhen, schließt Steve Simon, Chef der Spielerinnen-Organisation WTA nicht aus, dem Land Turniere zu entziehen. "Wir sind definitiv bereit dazu und würden alle Komplikationen, die das mit sich bringt, regeln", sagte der Funktionär in einem CNN-Interview. Die WTA könnte mit einer solchen Maßnahme hunderte Millionen Dollar verlieren, doch Simon stellte klar: "Dies ist größer als das Geschäft. Frauen müssen respektiert und nicht zensiert werden."

Tennisspielerin nach Missbrauchsvorwürfen verschwunden

Die Sorgen um die frühere Weltranglistenerste im Doppel sind weltweit groß. Peng Shuai hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo öffentlich gemacht, vom ehemaligen Vizepremier Zhang Gaoli (75) sexuell missbraucht worden zu sein. Der Eintrag der 35-Jährigen wurde online gelöscht, Peng ist seitdem nicht mehr öffentlich gesehen worden. Am Mittwoch veröffentlichten chinesische Medien dann eine Mail, die von ihr stammen soll. "Ich werde weder vermisst, noch bin ich nicht sicher. Ich ruhe mich nur daheim aus, alles ist in Ordnung", heißt es darin. Die wenig glaubhaft klingende Nachricht besorgt Tenniskollegen, Freunde und Fans weltweit.

Tenniskollegen in großer Sorge

Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev äußerte sich am Rande der ATP Finals in Turin beunruhigt. "Ich hoffe, sie wird bald gefunden", so der Deutsche. "Wir sprechen hier nicht von einem Tennismatch, wir sprechen von einem Menschenleben."

Auch Naomi Osaka macht sich Sorgen um die 35-Jährige und schrieb auf Twitter: "Ich bin geschockt von der gegenwärtigen Lage und sende ihr Liebe und Licht." (lhö/sid)