Peta fordert Untersuchung der Tierhaltung

Wegen Killer-Flöhen: Zwei Geparden sterben in Erfurter Zoo

Gepardin Sima (13) mit ihrem Nachwuchs Ashanti (4) im Erfurter Zoo.
Gepardin Sima (13) mit ihrem Nachwuchs Ashanti (4) waren innerhalb weniger Tage gestorben.
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Im Erfurter Zoo sind in den letzten neun Monaten fünf Wildtiere gestorben. Zuletzt kamen zwei Geparden aus bislang ungeklärten Gründen ums Leben. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse über die Todesursache: Killer-Flöhe sollen dafür verantwortlich gewesen sein.

Extremer Flohbefall im Gepardengehege

Zoodirektorin Sabine Merz
Der Zoo wolle alle Fälle näher untersuchen, um die Todesursachen zu klären, teilte Direktorin Sabine Merz mit.
deutsche presse agentur

Die pathologischen Untersuchungen sollen die ersten groben Ergebnisse gegeben haben, dass die Geparden aufgrund eines starken Flohbefalls gestorben sein müssen, so der Zoo am Mittwoch.

Letzte Woche soll es im Gepardengehege laut dem Zoo zu einer massenhaften Besiedlung mit Flöhen gekommen sein. Woher die Parasiten kamen, ist unklar. Der Flohbefall soll schwere Blutarmut bei den weiblichen Geparden ausgelöst haben. Ashanti und Sima waren innerhalb von wenigen Tagen gestorben.

Das 2018 geborene Jungtier Ashanti starb vor einer Woche in ihrem Gehege. Ihre Schwester Jala habe sich mittlerweile wieder erholt. Die 13 Jahre alte Gepardenmutter Sima sei trotz intensiver medizinischer Behandlung nicht zu retten gewesen. Erste Befunde deuteten hier neben einer Anämie auch auf eine sehr schwere Bauchfellentzündung als Todesursache hin.

Mehrere Wildtiere in Erfurter Zoo gestorben

Löwin Latika liegt mit einem Ball im Erfurter Zoo.
Löwin Latika starb im Juni an schweren Schäden an Lunge und Leber.
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Der Zoo gehe von einem Zusammentreffen mehrerer unglücklicher Umstände aus. „Wir nehmen eine umfassende und in alle Richtung zielende Untersuchung dieser und weiterer Fälle vor, da uns selbstverständlich weiterhin an Aufarbeitung der Fälle liegt. Uns allen ist daran gelegen, einen gesunden, vitalen Tierbestand auf unserem Parkgelände zu haben“, sagte Zoodirektorin Sabine Merz.

Die beiden Geparden sind nicht die ersten Wildtiere, die in diesem Jahr im Erfurter Zoo gestorben sind. Erst im Juni ging die drei Jahre alte Löwin Latika an schweren Schäden an Lunge und Leber ein. Im Februar war der kleine Nashornbulle Tayo tot in seiner Box gefunden worden. Auch er war nach Angaben des Zoos vollkommen unerwartet gestorben, die Ursache ist noch unklar.

Ebenso unerklärlich ist bis heute der Tod der trächtigen Nashornkuh Marcita. Die Mutter des Jungbullen war zwei Tage später leblos in ihrer Box gefunden worden. Aufgrund der Todesfälle fordert die Tierrechtsorganisation Peta eine unabhängige Untersuchung der Löwen- und Geparden-Haltung in Erfurt sowie die Möglichkeit einer Zoo-Schließung. (dpa/ gsc)