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Wassernesselsucht: Lindsey ist allergisch gegen Wasser – sogar gegen ihre eigenen Tränen

Nur weltweit 50 Menschen sind von der seltenen Wasser-Allergie betroffen.
Nur weltweit 50 Menschen sind von der seltenen Wasser-Allergie betroffen. © iStockphoto, aniaostudio

Wasser verursacht schlimme allergische Reaktionen

Stellen Sie sich mal vor, sie wären allergisch gegen Wasser. Sie könnten nicht duschen, schwimmen gehen, dürften bei Regen nicht das Haus verlassen. So geht es Lindsey Coubray. Die 19-Jährige leidet an einer seltenen Wasserallergie, genannt aquagene Urtikaria oder auch Wassernesselsucht.

Sogar gegen ihre Tränen ist Lindsey allergisch

Wenn ihre Haut mit Wasser in Berührung kommt, bekommt Lindsey sofort schlimme Pusteln und einen juckenden, brennenden Ausschlag. Sie muss niesen, ihre Schleimhäute schwellen an und sie bekommt nur noch schlecht Luft. Sogar ihre eigenen Tränen oder ihr Schweiß lösen diese Reaktionen aus. Ein heißer, schweißtreibender Sommertag ist für sie daher genauso qualvoll wie Regen.

Es gibt derzeit keine Heilungschancen

Weltweit sind nur etwa 50 Fälle der Wassernesselsucht bekannt. Für Lindsey Coubray begann die Allergie bereits in der Kindheit. Beim Duschen oder Baden musste sie niesen, ihre Augen brannten. Allerdings haben die Symptome sich in den letzten zwei Jahren rapide verschlimmert. Ein normaler Alltag ist für die 19-Jährige undenkbar. "Ich kann nicht mehr schwimmen oder bei Regen oder Schnee rausgehen. Duschen kann ich nur ganz kurz und baden gar nicht", erzählt Lindsey der "Daily Mail". Nicht einmal trinken kann sie Wasser noch, da sie dadurch auch im Mund und der Kehle Ausschlag und Ekzeme bekommt. Sie greift stattdessen zu Milch. "Es ist eine Herausforderung, die Dinge zu machen, die für andere Menschen in meinem Alter selbstverständlich sind", sagt sie.

Da nur so wenig Menschen von der aquagenen Urtikaria betroffen sind, kennt die Medizin weder Ursachen noch Heilungswege. Antihistamine können die Allergiesymptome lediglich mindern. Lindsey und einige andere Betroffene haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, über die Krankheit zu informieren. Mit einem kleinen Regenschirm-Tattoo zeigen sie sich auf Instagram und kämpfen dafür, dass ihre Erkrankung besser erforscht wird.

"Wie ich gegen etwas allergisch sein kann, das 70 Prozent meines Körpers ausmacht?"

Der Austausch mit anderen Betroffenen, die an Wassernesselsucht leiden, hat Lindsey geholfen, besser mit ihrer Situation umzugehen. Die meisten Menschen in ihrem engeren Umfeld können sich gar nicht vorstellen, welche Herausforderungen die junge Frau Tag für Tag meistern muss. "Es gibt eine Menge Neugier über meine Krankheit und ich werde oft gefragt, wie ich trinke und mich wasche", erzählt Lindsey, "die Menschen fragen sich, wie ich gegen etwas allergisch sein kann, das 70 Prozent meines Körpers ausmacht." Darauf kann die Forschung Lindsey hoffentlich bald eine Antwort geben.

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