Sicherheitskontrollen in Frankfurt zu langsam

Wartezeit länger als der Flug: Passagiere sollen 2,5 Stunden vor Abflug am Flughafen sein

Passagiere warten am Frankfurter Flughafen.
© dpa, Boris Roessler, brx lre wst rho

16. Dezember 2019 - 8:29 Uhr

Warteschlangen zum Start der Weihnachtsferien erwartet

Am Frankfurter Flughafen wird es zum Beginn der Weihnachtsferien wieder zu Warteschlangen an den Passagier- und Handgepäckkontrollen kommen. "Vom 18. bis zum 23. Dezember könnte es noch einmal eng werden", sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Der Flughafenbetreiber Fraport hatte die Fluggäste bereits in der vergangenen Woche aufgefordert, "unbedingt 2,5 Stunden" vor Abflug anzureisen. Außerdem solle möglichst wenig Handgepäck mitgeführt und das automatische Check-In genutzt werden. 

Frankfurter Flughafen mit Passagieransturm überfordert

Der verkehrsreichste Flughafen Deutschlands ist mit seinen beiden in die Jahre gekommenen Terminals schon länger nicht mehr bereit für den Ansturm von rund 70 Millionen Passagieren im Jahr. Das engste Nadelöhr sind die 179 Passagier- und Handgepäckskontrollstellen, die bis auf wenige Ausnahmen mit veralteter Technik ausgestattet sind und nicht einmal die Hälfte vergleichbarer Kontrollspuren anderer Flughäfen schaffen.

Aus Sicht des Flughafenbetreibers Fraport wäre schnelle Abhilfe mit neuartigen CT-Scannern möglich. Die Geräte durchleuchten das Handgepäck mit der aus der Medizin bekannten Technik der Computer-Tomographie (CT). Statt wenigen Aufsichtsbildern entstehen ohne Tempoverlust bis zu 800 Aufnahmen des Gepäckstücks, was am Bildschirm dreidimensionale Ansichten und die schichtweise Durchleuchtung ermöglicht. Laptops und Flüssigkeiten könnten künftig im Handgepäck bleiben, der komplette Ablauf würde schneller.

Die vergleichsweise neue Technik läuft zwar bereits in München, ist aber für Frankfurt von der Bundespolizei nicht freigegeben. Die will sich nicht auf die Ergebnisse des Landes Bayern verlassen, sondern einen eigenen Testlauf am Flughafen Köln organisieren. Fraport-Chef Schulte kritisiert offen die Behäbigkeit des zuständigen Bundesinnenministeriums: "Ich frage mich, was da noch getestet werden muss. Damit muss man sich nicht mehr aufhalten."

Lufthansa muss schon nach München ausweichen

Hauptkunde Lufthansa ist stinksauer und verlagert schon seit längerem Kapazitäten an das zweite Drehkreuz München. "Es ist nicht akzeptabel, dass Passagiere ihre Flüge aufgrund der langen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen verpassen und am größten Reiseknotenpunkt in Deutschland die Wartezeiten länger als der eigentliche Flug sind", zürnt Vorstandsmitglied Detlef Kayser.

Die miese Performance wird für die einzige 5-Sterne-Airline Europas zum ernsten Problem, wenn an einzelnen Tagen wie dem 1. November mehr als 2000 Lufthansa-Passagiere ihre Anschlüsse verpassen.

Quelle: DPA