Forscher stehen vor einem Rätsel

Spaziergänger in Wales finden geköpfte Seehundbabys am Strand

An einem Strand in Wales wurden ungewöhnlich viele tote Seehundbays gefunden.
An einem Strand in Wales wurden ungewöhnlich viele tote Seehundbays gefunden.
© Facebook/Marine Environmental Monitoring

17. Oktober 2021 - 20:28 Uhr

Sieben tote Seehundbaby an einem Strand

An der Küste von Wales haben Spaziergänger einen schrecklichen Fund gemacht. Am Strand nahe der Ortschaft Harlech lagen ungewöhnlich viele tote Seehundbabys – einigen davon fehlte der Kopf. Was ist dort passiert? Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet, doch Experten stehen vor einem Rätsel.

Toter Seehund in Wales
Einige der toten Seehundbabys fehlte der Kopf, andere waren unterernäht und entkräftet gestorben.
© Facebook/Marine Environmental Monitoring

Todesursache der Seehunde soll genauer untersucht werden

Anfang Oktober seien vier tote Seehundbabys gemeldet worden, in den darauf folgenden Tagen sei die Zahl der Kadaver auf sieben gestiegen, erklärte das "Marine Environmental Monitoring" bei Facebook. Laut der Organisation ist es nicht ungewöhnlich, dass zu dieser Jahreszeit tote Seehunde gefunden werden. Jedoch ist die Zahl der toten Tiere besorgniserregend. "Sieben an einer Stelle ist nicht normal", hieß es in dem Post. Darum seien die Tiere genauer untersucht worden.

Inzwischen steht fest: Die Tiere sind nicht zur gleichen Zeit gestorben. Das sei an den unterschiedlichen Verwesungszuständen zu erkennen. Das "Marine Environmental Monitoring" geht außerdem davon aus, dass die Seehunde verschiedenen Todesursachen zum Opfer gefallen sind: Beispielsweise Raubtierangriffe oder Unterernährung. Möglicherweise wurden einige Seehundbabys von ihren Muttertieren am Strand zurückgelassen.

Haben Urlauber etwas mit den toten Seehunden zu tun?

Matt Westfield vom "Marine Environmental Monitoring" äußerte sich der britischen Zeitung "Sun" gegenüber besorgt. "Dieses Jahr haben viel mehr Menschen im Westen der walisischen Küste Urlaub gemacht", wird er zitiert. Und Touristen würden tote Seehunde eher melden als Einheimische, die den Anblick eher gewohnt sind. Aber sind die Touristen auch Teil des Problems? Hunde oder Urlauber am Strand, die Fotos mit niedlichen Seehundbabys machen, könnten die Muttertiere verscheucht haben, glaubt Westfield.

Und noch etwas ist merkwürdig: "Wir bekommen immer mehr Berichte darüber, dass Seehundbullen Jungtiere töten, indem sie ihnen den Kopf abbeißen", erklärt der Experte. Warum die männlichen Tiere das täten, könne er nicht sagen. "Ist das territoriales Verhalten? Wir wissen es einfach nicht", sagte er der "Sun". Noch stehe auch nicht fest, ob die geköpften Seehundbabys tatsächlich ein neuer Trend sind oder ob sich die Zahlen im Bereich des Üblichen bewegen.

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Toter Seehund in Wales
Experten wollen nun genauer untersuchen, warum an dem Strand in Wales so viele Seehundbabys sterben.
© Facebook/Marine Environmental Monitoring

Forscher bitten: Jeden toten Seehund melden und fotografieren

Trotzdem schauen die Forscher jetzt genauer hin, um dem Rätsel der kopflosen Seehundbabys auf die Spur zu kommen. Auf Facebook rief die Organisation auch dazu auf, Fotos von toten Seehunden am Strand zu machen und die Behörden über den Fund zu informieren. Das helfe, bei der Untersuchung der mysteriösen Fälle.