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Waldbrände in Algerien: Mob hält unschuldigen Mann für Brandstifter und verbrennt ihn bei lebendigem Leib

Video aus Algerien löst Entsetzen aus

Sie hielten ihn für Brandstifter: Mob verbrennt unschuldigen Mann bei lebendigem Leib

Ein verzweifelter Mann beobachtet die Waldbrände in der Nähe des algerischen Dorfes Larbaa Nath Irathen.
Ein verzweifelter Mann beobachtet die Waldbrände in der Nähe des algerischen Dorfes Larbaa Nath Irathen.
BC lix nwi, dpa, Fateh Guidoum

In Algerien wüten heftige Waldbrände

Ein Video aus Algerien löst Entsetzen in sozialen Netzwerken aus: Ein wütender Mob hat einen Mann aus einer Polizeiwache gezerrt und ihn bei lebendigem Leib verbrannt. Die Gruppe hielt das Opfer offenbar für einen Verursacher der heftigen Waldbrände, die in dem afrikanischen Land wüten. Medienberichten zufolge wollte der Mann den Menschen in der Region helfen.

Menge warf Männern Brandstiftung vor

Eine Frau schaut auf den Rauch, der durch die Waldbrände in der Region Tizi Ouzou verursacht wird.
Eine Frau schaut auf den Rauch, der durch die Waldbrände in der Region Tizi Ouzou verursacht wird.
BC, AP, Fateh Guidoum

Insgesamt waren den Angaben nach zunächst drei Männer auf ein Polizeipräsidium gebracht worden, denen die Menge Brandstiftung vorwarf. Der Mob habe schließlich die Wache angegriffen und einen der Männer hinausgezerrt. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erlitten zudem mehrere Polizisten Brandverletzungen, als sie dem Opfer bei dem schweren Angriff am Mittwoch helfen wollten.

Videos und Fotos der Tat verbreiteten sich in der Nacht über die sozialen Medien und lösten Entsetzen in dem nordafrikanischen Land aus. Medienberichten zufolge erwiesen sich die Anschuldigungen der Menge als falsch – der Mann sei in die Region gekommen, um bei Löscharbeiten zu helfen. Eine offizielle Einschätzung gab es dazu aber zunächst nicht. Bei dem Opfer soll es sich um den Künstler Jamal ben Ismael aus der algerischen Stadt Miliana handeln.

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Bislang 49 Zivilisten bei Bränden in Algerien gestorben

Bei den verheerenden Waldbränden sind bislang mindestens 49 Zivilisten gestorben, wie die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf den Generalstaatsanwalt der besonders betroffenen Region Tizi Ouzou meldete. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens wurden zudem 28 Soldaten bei Rettungseinsätzen getötet. Insgesamt waren mehr als 100 Brände in dem nordafrikanischen Land ausgebrochen. Die Regierung geht von Brandstiftung aus. (dpa/mst)