36-Jähriger schickt herzzerreißende Sprachnachricht an seine Mutter

Vulkanausbruch in Neuseeland: US-Paar in den Flitterwochen mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus

Hochzeitspaar bei Vulkanausbruch in Neuseeland verletzt
© Facebook, Lauren Urey

11. Dezember 2019 - 11:13 Uhr

Neuseeland-Kreuzfahrt endete in einem Albtraum

Lauren und Matthew Urey aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia hatten geplant, traumhafte Flitterwochen in Neuseeland zu verbringen. Doch die Kreuzfahrt endete für das frisch verheiratete Paar in einem Albtraum. Die beiden wurden bei einem Ausflug auf der Insel White Island von einem Vulkanausbruch überrascht. Nun liegen beide mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus und kämpfen um ihr Leben.

Frischverheiratetes Paar freute sich auf den Ausflug zum Vulkan auf White Island

Kurz vor dem Unglück hatte die 32-jährige Lauren noch zuhause angerufen und ihren Eltern begeistert von den Plänen erzählt die Vulkaninsel vor der Küste Neuseelands zu besichtigen, berichtet die "Washington Post". "Mein Ehemann machte noch Witze und sagte: 'Ich hoffe, es ist kein aktiver Vulkan'", erzählte die Mutter der Frau der Zeitung.

Doch um genau zu sein, ist White Island die einzige aktive Vulkaninsel Neuseelands. Weil die letzte Eruption 2001 stattfand, fühlte sich das frischgebackene Ehepaar sicher und freute sich auf die Besichtigung der Insel. Mit einer Reisegruppe ihres Kreuzfahrtschiffes "Ovation of the Seas" brachen die beiden auf.

Lauren und Matthew zogen sich beim Vulkanausbruch schwere Verbrennungen zu

Lauren und Matthew Urey bei Vulkanausbruch verletzt
Lauren und Matthew Urey aus Virginia hatten traumhafte Flitterwochen in Neuseeland geplant. Jetzt kämpfen sie im Krankenhaus um ihr Leben.
© Facebook

Das Nächste, was Barbara Barham dann von ihrer Tochter hörte, war ein Anruf der Kreuzfahrtgesellschaft kurz nach Mitternacht (Ortszeit). Die Verantwortlichen von "Royal Caribbean" wollten wissen, ob sich Matthew und Lauren bei ihren Familien gemeldet hatten, denn beide seien nach dem Ausflug auf die Vulkaninsel nicht an Bord zurückgekehrt. Erst da wurde der Mutter klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.

Kurz darauf klingelte Barbaras Telefon erneut, erzählte sie der "Washington Post". Diesmal war die Mutter von Matthew dran, die eine besorgniserregende Sprachnachricht von dem 36-Jährigen erhalten hatte. Offenbar meldete sich der Mann auf dem Weg ins Krankenhaus und erzählte, dass er und Lauren auf der Insel waren, als der Vulkan plötzlich ausbrach. Beide hätten schwere Verbrennungen.

"Er sagte, er würde anrufen, sobald er könne, aber es sei schwer für ihn zu sprechen oder Anrufe zu machen", erzählt die Mutter der Zeitung. Die Hände ihres Schwiegersohns seien offenbar so schwer verbrannt, dass er sein Handy kaum halten konnte. Auch Lauren wurde mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht.

Danach gab es kein Lebenszeichen mehr von den beiden. Die Familie des Paares ist in Panik. "Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll", sagte Barbara der Zeitung. "Ich habe das Gefühl, dass ich weinen sollte, aber ich kann noch nicht einmal weinen."

80 Prozent von Matthews Körper sind verbrannt

Vulkanausbruch auf neuseeländischer Insel
Der Vulkan bracht aus, als viele Touristen auf White Island unterwegs waren.
© dpa, Michael Schade, pat

Erst als ein Mitarbeiter des Krankenhauses in Auckland anrief und ihr erzählte, dass Lauren gerade operiert würde, gab es ein wenig Gewissheit für die Mutter. Die 32-Jährige erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen. Mindestens 20 Prozent ihrer Haut seien verbrannt, erklärte das Krankenhaus der besorgten Mutter. Um Matthew steht es sogar noch schlechter: Er wurde in ein Spezialkrankenhaus nach Christchurch geflogen, weil 80 Prozent seines Körpers verbrannt sind.

"Ich bin so wütend", sagte Barbara der "Washington Post". Ihr Schwiegersohn hätte diesen Ausflug niemals gebucht, wenn er gewusst hätte, dass auch nur die geringste Chance bestünde, dass sie dabei verletzt werden könnten, glaubt sie. Barbara buchte sofort den nächsten Flug nach Neuseeland, um ihrer Tochter beizustehen. Und auch Matthews Mutter will laut dem Bericht gegen Ende der Woche zu ihrem Sohn fliegen.

Für die Vermissten auf White Island besteht keine Hoffnung mehr

Vulkanausbruch auf neuseeländischer Insel
Rettungskräfte entdeckten nach dem Vulkanausbruch kein Lebenszeichen mehr auf White Island.
© dpa, Michael Schade, dul

Der Vulkan brach aus, als die Insel gerade voller Touristen war. Mindestens sechs Menschen kamen auf White Island ums Leben, wie die neuseeländische Polizei bestätigte. 31 Menschen liegen teils mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Ein Sprecher des neuseeländischen Gesundheitsministeriums sagte, dass noch nicht sicher sei, ob alle davon auch überleben würden. Mehr als 20 der Verletzten seien noch nicht außer Gefahr.

Mindestens acht Menschen werden noch vermisst. Für sie besteht aber wohl keine Hoffnung mehr. Die Rettungskräfte haben die Insel nach dem Vulkanausbruch aus der Luft abgesucht und kein Lebenszeichen entdeckt. Fast die gesamte Insel ist mit einer Ascheschicht bedeckt.