Finanztest

Von Einzelzimmer bis Chefarztbehandlung: Die besten Krankenhaus-Zusatzversicherungen

Frau liegt im Einzelzimmer.
Frau liegt im Einzelzimmer.
© iStockphoto, Wavebreakmedia

17. Juni 2020 - 17:28 Uhr

Zwei "sehr gute" Krankenhaus-Zusatztarife

Wer wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden muss, für den spielt es derzeit keine Rolle, ob er privat oder gesetzlich versichert ist. Bei anderen Behandlungen im Krankenhaus kann es durchaus Unterschiede geben. Eine private Krankenhaus-Zusatzversicherung verhilft gesetzlich krankenversicherten Patienten zu höherem Komfort und mehr Wahlmöglichkeiten. Das bedeutet zum Beispiel: Chefarztbehandlung und Einbettzimmer. Finanztest hat über 60 Krankenhaus-Zusatztarife getestet und zwei sehr gute Tarife gefunden.

Testteilnehmer müssen Mindestvoraussetzungen mitbringen

Verglichen haben die Versicherungsexperten von Finanztest 37 Einbettzimmer- und 24 Zweibettzimmertarife. Bei Abschluss des jeweiligen Vertrages ist der Modellkunde 43 Jahre alt. Die Monatsbeiträge liegen bei Einbettzimmern zwischen 39 und 75 Euro, für Zweibettzimmer zwischen 36 und 49 Euro.

Bewertet wurden ausschließlich das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Beitragsentwicklung in den letzten sieben Jahren. Alle getesteten Krankenhaus-Zusatzversicherungen stehen jedem gesetzlich Versicherten offen, sind nicht an andere Versicherungen gebunden und die Beiträge steigen nicht mit dem Alter. Außerdem mussten die Tarife bereits folgende Mindestvoraussetzungen bieten:

  • Chefarztbehandlung mit Übernahme der Arzthonorare mindestens bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte (3,5-fach).
  • Freie Wahl unter allen zugelassenen Kliniken für gesetzlich Versicherte.
  • Versicherer verzichtet auf sein ordentliches Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren.
  • Wahlleistung Unterkunft. Der Patient kann mit dem Krankenhaus die Unterbringung in einem Einbettzimmer oder Zweibettzimmer vereinbaren.

Ganze Familie versichern

Auch bei den Krankenhaus-Zusatzversicherungen gilt: Je jünger der Kunde bei Vertragsabschluss ist, desto niedriger fallen die Beiträge aus. Das trifft vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu. Denn es gibt bei den Krankenhauszusatzversicherungen keine Familientarife, jedes Familienmitglied benötigt einen eigenen Vertrag.

Die Beiträge im Test lagen bei den sehr guten und guten Einbettzimmertarifen bei Kindern zwischen 3 bis 7 Euro im Monat, bei Jugendlichen ab 14 zwischen 6 und 11 Euro.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Krankenhaus-Zusatzversicherung besser gesund abschließen

Wer noch jung und gesund ist, der wird problemlos einen günstigen Krankenhauszusatztarif abschließen können. Doch bei schweren Vorerkrankungen könnte es bereits kritisch werden. Die Versicherer interessieren sich bei der Antragsstellung für Erkrankungen und Behandlungen in den Letzten 5 bis 10 Jahren und stellen entsprechend viele Fragen. Wer bei der Beantwortung der Fragen schummelt, riskiert im Ernstfall seinen Versicherungsschutz zu verlieren. Und die Versicherungen dürfen bei Eintritt des Versicherungsfalles anhand der Patientenunterlagen prüfen, ob bei Vertragsschluss die Erkrankung bekannt war. Auch kleine Schummeleien sollte man tunlichst vermeiden.

"Sehr guter" Krankenhauszusatztarif ab 36 Euro im Monat

Wenig überraschend bei den Testfeld-Bedingungen: Die günstigsten Versicherungen schneiden am besten ab. Wer mit Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung auskommt, erhält mit dem Tarif 262 von Arag ein sehr gutes Angebot für 36 Euro im Monat. Einziger Nachteil: Die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit war recht hoch. Einen guten Tarif bietet die Continentale (Tarif SG2) für 41 Euro im Monat an und das bei einer äußerst stabilen Beitragsentwicklung.

Wer lieber ein Einbettzimmer und Chefarztbehandlung haben möchte, sollte sich den Tarif WKplus von der Debeka für 39 Euro im Monat genauer anschauen. Der Tarif ist 9 Euro im Monat günstiger als der nächstbeste und gute Tarif K50+K/S von Alte Oldenburger. Beide Tarife punkten außerdem mit einer guten bzw. sehr guten Beitragsentwicklung.