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VNV Nation-Frontmann Ronan Harris: "Ich war fast gelähmt vor Rührung"

Neues Album und endlich zurück auf der Bühne!

VNV Nation-Frontmann Ronan Harris: "Ich war fast gelähmt vor Rührung"

VNV Nation-Frontmann Ronan Harris beim Interview am 23. Juli in Köln.
VNV Nation-Frontmann Ronan Harris beim Interview am 23. Juli in Köln.
Claudia Spitzkowski

von Claudia Spitzkowski

Als VNV Nation-Frontmann Ronan Harris und ich uns im Dezember 2019 zu einem Interview in Oberhausen trafen und über einen Folgetermin sprachen, konnte keiner von uns ahnen, dass wir zweieinhalb Jahre darauf warten werden. Schuld war die Corona-Pandemie. Am Nachmittag des 23. Juli 2022 trafen wir uns nun endlich in Köln wieder, wo VNV Nation später am Abend als Headliner auf dem „Amphi Festival“ spielten. Ein gut gelaunter Ronan plauderte mit mir über seine Tätigkeiten als Hausmann während der Pandemie, das sehnsüchtig erwartete neue VNV Nation-Album „Electric Sun“ und eine Klavierlehrerin, die seine Musikkarriere fast auf dem Gewissen gehabt hätte.

(You find the English version of the interview below.)

"Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich um die Menschen zu kümmern, die mir nahe stehen"

Wie ist es dir in den letzten zwei Jahren ergangen, Ronan? "Es ist schon seltsam, wenn du plötzlich darüber nachdenken musst, ob du je wieder deinen Job machen wirst. Ich habe dann mit meiner Partnerin zusammen beschlossen: Okay, ich werde derjenige sein, der die Verantwortung übernimmt und sich kümmert. Ich werde derjenige sein, der im Haus putzt. Ich kann zu Hause arbeiten und ich brauche eine Pause. Ich war angespannt. Und meine geistige Gesundheit und die meiner Liebsten und meiner Freunde ist wichtiger als alles andere - deshalb habe ich viel Zeit damit verbracht, mich um die Menschen zu kümmern, die mir nahe stehen."

Dazu gehört auch die Band, die Crew, Ronans ganzes Team. Denn obwohl es VNV Nation als Alternative Electronic-Projekt nun schon seit über 30 Jahren gibt, machte er sich natürlich Gedanken um die Zukunft in Zeiten der Corona-Pandemie. "Im ersten Sommer haben wir eine Menge Konzerte gespielt. Und ich habe beschlossen, dass wir das Geld, das wir dabei verdienen, in einem Fond anlegen. Damit Geld da ist, wenn einer unserer Jungs, einer aus der Crew, es braucht.“ Denn auf die Menschen, mit denen Ronan schon so lange zusammen arbeitet, möchte er auch in Zukunft nicht verzichten müssen: „Am Ende von all dem - falls wir da raus kommen - im Winter, will ich sie schließlich immer noch um mich haben. Aber die Künstlersozialkasse tut nicht sehr viel für sie. Also helfen wir uns gegenseitig, wir sind Freunde. Und ohne sie gäbe es mich schließlich auch gar nicht. Am Ende des Tages bin ich nur ein Typ in einem Raum mit einem Computer. Ich kann das nicht alleine machen."

Auch auf die Fans von VNV Nation war in den schweren Monaten der Pandemie Verlass. In einer privaten Spendenaktion sammelten sie Geld für Ronans Crew. "Das war unglaublich", schwärmt er.

Das neue VNV Nation-Album "Electric Sun" wird "episch"

Während Ronan sich zu Hause nützlich machte, entwickelten sich in seinem Kopf Ideen für das neue VNV Nation-Album "Electric Sun": "Ich habe die Zwangspause effektiv genutzt, um viel über mich nachzudenken, über das, was ich von meinem Leben will - und ‘Electric Sun’ ist dann irgendwie daraus entstanden.“ Die Musik, die der in Dublin geborene Wahl-Hamburger dafür geschrieben hat, beschreibt er als „episch, cineastisch und sehr orchestral“. „Bis November habe ich noch eine Menge Arbeit vor mir, um das Album fertigzustellen. Um es in allen Details so episch hinzubekommen, wie ich es haben will. Es ist fast wie bei ‘Noire’ (das zehnte VNV Nation-Studioalbum aus dem Jahr 2018, Anm. d. Red.), bei dem ich nicht wollte, dass die Songs enden. Ich mochte schon immer die fixe Idee von einem Album, auf dem die Stücke ineinander übergehen und sich gegenseitig weiterentwickeln. Das ist mein Ziel. Leider ist die Produktionszeit für Vinyls und CDs momentan unglaublich lang - also muss ich schneller fertig werden. Aber das ist in Ordnung. Ich habe die Demos für dieses Album schon letztes Jahr geschrieben."

Live-Instrumente und Stammesmusik

Beim VNV Nation-Konzert in Friedrichshafen am 16. Juli deutete Ronan bereits an, dass "Electric Sun" "dunkler" sein wird. Im Interview erklärt er, wie er das meint: "Dunkler bedeutet nicht, dass es hart und industriell klingen wird. Dunkelheit ist für mich eine sehr verführerische und schöne Sache. Nicht böse. Sie ist voll von Mysterien und Möglichkeiten.“

Lange müssen sich die VNV Nation-Fans nicht mehr gedulden, bis sie einen ersten Vorgeschmack auf das neue Album bekommen: „Wir fangen bald an, die neue Musik live zu spielen. Ich denke, wir werden mit dem Song beginnen, der am typischsten VNV ist. Aber es wird auch andere Stücke geben, die fast zeremoniell, hypnotisierend sind, wie Stammesmusik. Und es gibt Songs, bei denen wir mehr jazzige Akkorde verwenden, sehr verführerisch und sehr elegant. Und dann gibt es Stücke, in denen es um Wut geht, wo wir starke Emotionen in etwas Rohes, Abstraktes und Primitives gepackt haben. Ich möchte bei den Aufnahmen auf Live-Instrumentarisierung setzen, damit habe ich bereits begonnen und das Studio dafür eingerichtet. Ich lasse Song-Ideen immer in meinem Kopf kreisen und vor sich hin gären, bis sie anfangen, sich von selbst zu entwickeln. Ich gehe nicht ins Studio und sage: ‘Okay, was machen wir heute?’ So funktioniert Musik für mich nicht. Sie muss wachsen, während ich sie mache."

Ronan Harris: "Wir wollen alles künstlich erschaffen ... Wir sind Idioten!"

Was bedeutet der Titel "Electric Sun"? "Das möchte ich erst im Laufe des Jahres näher erklären. Aber was der Titel für mich unter anderem bedeutet, und das ist nur eine Interpretation: Als Menschen scheinen wir nicht glücklich mit uns als Spezies zu sein. Wir sind nicht glücklich damit, dass die Natur die ganze Arbeit für uns erledigt. Wir wollen sie für uns selbst erschaffen. Wir wollen alles artifiziell machen. Wir würden sogar einen synthetischen Gott schaffen, um die Idee von Gott zu ersetzen. Wir würden eine elektrische Sonne erschaffen, um die Idee einer echten Sonne zu ersetzen und ein Schutzschild um den Planeten bauen... Wir sind Idioten! Wir nutzen nicht einfach das, was da ist. Wir haben diese gewisse Arroganz. Und wir beten Technologie mehr und mehr an. Dabei sollte Technologie nur etwas sein, das uns hilft, sie ist kein Ziel an sich. (...) 'Electric Sun' kann dafür stehen, dass wir eine größere Macht ersetzen wollen, indem wir unsere eigene erschaffen. Wir klopfen uns selbst auf die Schulter und sagen: 'Was für eine großartige Spezies wir doch sind' - aber wir denken dabei nicht an die Kosten. Nicht nur in materieller Hinsicht, sondern auch in Bezug auf die Umwelt, die Kosten für uns Menschen."

Es ist alles nur in Ronans Kopf

Was kommt beim Schreiben zuerst, die Musik oder der Text? "Oh, ich weiß immer, was ich singen will. Bei 'All Our Sins' zum Beispiel wusste ich genau, was ich sagen wollte. Ich hatte die Zeilen, alle Strophen, in meinem Kopf bereits geschrieben. Aber es braucht einen besonderen Moment, um das dann auch raus zulassen. Ich höre die Musik in meinem Kopf, ich höre mich selbst singen und weiß, wie emotional ich den Gesang gestalten möchte. Also versuche ich, die Musik so emotional zu machen, dass sie zum Gesang passt."

"Am Tag, wenn abgemischt wird, sage ich immer zu den Leuten 'Der Hit kommt am Ende' und sie fragen: 'Was meinst du damit?'. Ich schreibe die Songs immer im Voraus, aber ein Hit kommt eher zufällig bei der Produktion heraus. 'When is the Future' ist ein Song, den ich 2007 geschrieben habe. Ich hatte alle Harmonien und die Vocals, aber die Melodie hat einfach nichts für mich getan. Und dann hörte ich eines Tages diesen Synthesizer-Sound und dachte: ‘Der ist cool!’ und dann erinnerte ich mich an den Track von damals. Ich kehre immer wieder zu all meinen alten Songdateien zurück. Ich habe sie alle auf eine fast authistische Art und Weise organisiert."

Im Dezember 2019 sprachen wir darüber, dass Ronan nach "Resonance" gerne ein weiteres klassisches Album aufnehmen würde. Ein Plan, an dem er tatsächlich während der Pandemie gearbeitet hat: "Während der Pandemie habe ich gelernt, wie man besser phrasiert und arrangiert. Ich habe Kompositionstechniken gelernt und wie man für Orchester schreibt, denn ich plane 'Resonance II'. Konrad, mein Arrangeur, und ich, sprechen schon lange darüber. Wir haben einige Stücke geschrieben, die wir noch nicht aufgenommen haben. Wir haben eine Version von 'Honour' gemacht, die unglaublich ist!"

Endlich wieder live on stage! Auf der Bühne zeigt Ronan Harris alle seine Facetten

Und wie unglaublich ist es, wieder live zu spielen, Ronan? "Wirklich emotional war für mich das "Wave-Gotik-Treffen" in Leipzig im Juni. Ich war fast gelähmt vor Rührung, alle wieder zu sehen! Da habe ich erst gemerkt, wie sehr ich das vermisst habe. Zweieinhalb Jahre lang hat man sich gefragt: Werden wir das jemals wieder tun?" Wie glücklich Ronan darüber ist, wieder live aufzutreten, zeigte er auch kürzlich beim Konzert in Friedrichshafen: "Alle haben Party gemacht und ich war echt on fire. Ich bin ungefähr zehn Kilometer auf der Bühne gelaufen."

Bei VNV Nation-Konzerten gibt Ronan nämlich stets alles – und steht dazu, manchmal auch ein bisschen „silly“ (albern, Anm.d.Red.) zu sein: "Wir dürfen albern sein, wir dürfen alle verschiedene Seiten haben. Wir müssen diese Seiten ausleben, denn das ist der Weg zu einer guten mentalen Gesundheit. Wir müssen nur entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Man muss man selbst sein. Alle Seiten von mir kommen auf der Bühne zum Vorschein. Manchmal sind es die Abgründe meiner Seele, manchmal sind es meine düsteren Ansichten über die Welt und manchmal bin ich einfach nur happy und renne wild herum und fuchtle mit den Händen wie ein Idiot."

Fast hätte eine Klavierlehrerin Ronans Musikkarriere auf dem Gewissen gehabt

Ronans erste Berührung mit Musik war allerdings weniger glücklich machend und stattdessen ziemlich schmerzhaft: „Meine Eltern kauften ein Klavier, und ich hatte eine Klavierlehrerin, die uns mit Nadeln piekste, wenn wir die falsche Note spielten. Das hat mein Interesse erst einmal kaputt gemacht.“ Erschwerend kam damals hinzu: „Ich war sehr schüchtern und hatte große Angst vor Kritik.“

Was würde er heute allen schüchternen Teenagern raten, die gerne Musik machen würden? „Mein Neffe hat angefangen, Klavier zu lernen, und er ist ein fantastischer Gitarrist, und ich sagte zu ihm: "Spiel, weil du es liebst. Spiel, weil du es willst. Gib einen Scheiß darauf, wenn jemand sagt, du sollst es tun, oder dich auslacht oder Witze darüber macht. Das gehört allein dir und ist verbunden mit deiner Seele. Denn Musik ist wie eine Sprache. (...) Wenn man ein Musikinstrument spielen kann, ist das, als würde man eine Sprache beherrschen. Und es ist die Stimme, die deine Seele braucht, um zu sprechen. Vielleicht hat sie eine Menge zu sagen, vielleicht auch nicht. Aber Musik wird an deinen dunkelsten Tagen für dich da sein. Und es gibt nichts Besseres, als allein in deinem Zimmer zu sitzen und zu spielen, denn das ist, als würdest du dich selbst umarmen. Alles, was ich jedem jungen Menschen sage, der Musik lernen will: Kopiert nicht. Lernt eure eigene Stimme. Macht nicht einfach das, was alle mögen, weil ihr denkt, dass euch dann alle mögen. Geht euren eigenen Weg. Wenn es aus eurer Seele und eurem Herzen kommt, wird es ehrlich sein. Und wahr."

Danke, Ronan, für das wirklich schöne und ausführliche Interview! (csp)

This is the English Version of the interview

When VNV Nation frontman Ronan Harris and I met for an interview in Oberhausen in December 2019 and talked about a follow-up date, neither of us could have guessed that we'd have to wait two and a half years for it. The Corona pandemic was to blame. On the afternoon of 23 July 2022, we finally met up again in Cologne, where VNV Nation were playing as headliners at the "Amphi Festival" later that evening.

So, how have you been in the last two years, Ronan? „It’s a strange thing to think, I don’t know, if my job‘s ever to come back or to see the industry be devasted. Trying to make sense of what’s going on. How different people are handling it. The thing I decided to do with my partner was: Okay, I’m gonna watch over us, I‘m gonna be the support. I am gonna be the one who does all the cleaning in the house. I can work at home and I need a break. I did not want to do the usual thing that everyone was doing, like now is the time to record. I actually felt a sense of tension. For my mental health, and I focused on that – and my health and that of my loved ones and friends ist more important than anything – I spent a lot of time looking out for people who are near and close to me.“

That includes the band, the crew, Ronan’s whole team, too. Because although VNV Nation has been around for over 30 years now, he worried about the future, when lockdown and restrictions hit hard. „The first summer we did a lot of shows. And I said, the money from this, let’s put it into a fund. And if any of our guys, any of the crew, need money, it’s there. (…) At the end of all this, if we come out of this, in winter, I want them still there. We are looking out for each other. But I did not want to make a big deal out of fit because it sounds like an advertisement, like ‚Hey, you’re so wonderful!‘ But the Künstlersozialkasse ist not doing very much for them. So we help each other out, we’re friends. And seriously, I don’t exist without them. At the end oft he day I am just a guy in a room with a computer. I can’t do this alone.“

The VNV Nation fans could also be relied upon. They collected money for Ronan's crew in a private fundraising campaign. "That was incredible," he enthuses.

While Ronan was making himself useful at home, the new VNV Nation album "Electric Sun" was created, he explains: „When I am doing other work, that’s when the songs come into my head. I used it in an effective way to think a lot about me, what I want from my life – and „Electric Sun“ kinda came out of it. Actually two projects came out of it and they were both ‚fighting“ for what I would create for the next album. I had two completely different concepts. One I would pack away. There are a couple of reasons for that. I decided to focus on the „Electric Sun“ one. This is a very cool one for me. And I wrote all these songs, almost like two very different styles of music. One is very epic and cinematic and very orchestral and actually taking it to a very different level. I have a lot of work ahead of me until November to finish the album. To have it in all the detail and all this epicness that I wanted to have.“

At the concert in Friedrichshafen Ronan hinted, that „Electric Sun“ is going to be „darker“. „Darker doesn’t mean it’s gonna sound hard and industrial. Darkness is a very seductive and beautiful thing to me. Not evil. It’s full of mistery and possibilities. It’s full of temptations and relevations. I get to the point what ‚Electic Sun‘ really means later in the year. We gonna start playing new songs soon. I think we will start with the most VNV song, but there will be other pieces which just involve almost like a ceremonial, hypnotic chant, like a very hypnotic piece of tribal music. And there are other pieces where we use more jazzier chords, very seductive and very elegant. And then there are pieces that are just pure focused on anger. Where you take strong emotions and focus them into something raw and abstract and primitive. I built up the studio for that purpose. I want to record live instruments for that. I already started doing that. I always let it go round in my head and let it stew and build until it starts zu develop itself like a molecure that’s growing. Rather than going into a studio: ‚Right, what are we gonna make?‘. Music for me doesn’t work like that. It has to grow as I make it.“

„I will have a lot of work to take it to a higher level. With the level of orchestraness, with the level of epicness. With the level of sound treatment. I almost feel like with ‚Noire‘ I did not want the songs to end. I did not want them to be individual songs. And I always loved the idea of an album where the tracks run into each other and evolve into each other. That’s my goal. What’s changed it for me is that production time is incredibly long in the moment for vinyls, CDs – so I have to finish the production earlier. But that is okay. I have the demos for the album written out last year.“

What does the title „Electric Sun“ mean? „I don’t want to really expand on this until later this year. But what it means to me, and this is one interpretation, is: As humans we don’t seem to be happy just as a species. We are not happy with nature doing all the work for us. We want to create it for ourselves. We want to artificalize everything. And it is really about creating a god for ourselves, we will even create a synthetic god to replace the idea of a god. We will make an electric sun to replace the idea of a sun and build a shield around the planet … We are idiots! We don’t just use what’s there. We try to create it for ourselves. We have this arrogance. We seem to be worshipping technology more and more. Technology is something that helps us, it’s not a goal in itself. (…) Electric Sun‘ can represent the replacement of greater power. Create our own for ourselves. We slap ourselves on the back and say ‚What a great species we are!‘ – but not thinking about the cost. Not just in material terms but in environmental terms, the cost to ourselves as humans.“

Ronan Harris: " I was almost paralyzed with emotion"

What comes first, the music or the lyrics? „Oh, I always know what I want to sing. I give you an example. With ‚All Our Sins‘ I knew exactely what I wanted to say. I had lines, all verses, written in my head. But it needs a special moment for it to come out. So I had the music playing and I am hearing it in my head, hearing myself singing and I know how emotional I want the vocal to be so I am trying to make the music as emotional so that it fits and matches that vocal.“

„The day of mastering I have a couple of things I realize happen with me. I always say to people ‚The hit will come at the end‘ and they say ‚What do you mean by that?‘. I always prewrite songs but the hit will be an accident that comes out of the production. ‚When is the Future“ is a song I wrote back in 2007. I wrote all the chords and I had the vocal melody but I didn’t connected it with the album until later. Because that melody didn’t do anything for me. I had three different versions of it. And this time around I heard a synthesizer sound and I thought, that’s cool, and then I remembered the track. And I wrote it in about four hours I keep going back to all my old song files. I have them all organized in a nearly authistic way.“

In December 2019, we talked about how Ronan would like to record another classical album after "Resonance". A plan he has been working on during the pandemic.

„During the pandemic I was leaning how to phrase and chord better and learing composition techniques and how to write for orchestra, because I plan a ‚Resonance II‘. Me and Konrad, my arranger, talked about that for a long time. We wrote some pieces we never recorded. We did a version of ‚Honour‘ which is amazing!“

And how amazing is it to play live again? „What was really emotional for me was „Wave-Gotik-Treffen“ first and foremost. I was almost paralyzed with emotion. Seeing everybody during this again! I did not realize how much I missed it until then. You spent two and a half years wondering: Will we do this ever again?“ How happy Ronan is about performing live again he recently showed at the concert in Friedrichshafen: „Everyone was having a party and I was on fire. I ran about ten kilometres on stage.“

When interacting with his fans, he is always authentic: „We can be silly, we can all have different sides. We have to exercise these sides because that ist he road to good mental health. We have to decide, when is the right time. You have to be yourself and I have all these different sides and they all come out on stage and sometimes it’s the depths of my soul, sometimes it is my darkest views about the world, and sometimes it is me just being happy and running around and waving my hands like an idiot.“

What would your advice be for any little girl or boy who is sitting in their room with a syntheziser, dreaming about a career in music?

My parents bought a piano and I went to a piano teacher that stuck needles in us when we played the wrong note. And that killed my interest. I was very shy and very afraid of people critizing me.

My nephew started learning how to play the piano and is an amazing guitarist and I said: ‚Play it, because you love it. Play it because you want to and don’t give a shit about anybody saying you should or laughing at you or joking about it. This is for you, connected with your own soul. Because it is like a language. (…) It is a language to be able to play a musical instrument and a voice that your soul needs in order to speak. Maybe it has a lot to say, maybe not. But it’s gonna be there for you on your darkest days. And there is nothing like sitting alone in your room , playing music for yourself because it is like giving yourself a hug or making yourself feel like everything is great. And reminding yourself of who you are. All I say to any young person who wants to learn music: Do not copy. Learn your own voice. Don’t just do what everybody likes because you think then everybody likes you. Cut your own path. When it comes from your soul and your heart, it will be honest. And true.“

Thank you for the very nice and detailed interview, Ronan. (csp)