Sex in Netflix-Hit „Bridgerton“

SO heiß ging es im 19. Jahrhundert wirklich zu

Wie historisch akkurat ist die Netflix-Serie "Bridgerton" wirklich?
Wie historisch akkurat ist die Netflix-Serie "Bridgerton" wirklich?
© LIAM DANIEL/NETFLIX © 2020, SpotOn

22. April 2021 - 10:15 Uhr

Wie viel Sex gab's im 19. Jahrhundert wirklich?

Die Netflix-Serie "Bridgerton" erhitzt die Gemüter – vor allem wegen der expliziten Sexszenen. Dabei war die Realität des 19. Jahrhunderts sogar noch schlüpfriger.

So historisch akkurat ist der Netflix-Hit

"Bridgerton" ist mittlerweile die meistgesehene Netflix-Original-Serie. Aus gutem Grund: Die erste Staffel bietet genau den Eskapismus, nach dem sich viele gebeutelte Zuschauer dieser Tage sehnen dürften. Und dazu kommt, dass besonders die heißen Sexszenen in "Bridgerton" gerade mindestens so heiß diskutiert werden. Affären, Sex außerhalb der Ehe, völlige Hemmungslosigkeit – ist das wirklich historisch akkurat?

„Bridgerton“ auf Netflix: Sexszenen werden diskutiert

"Bridgerton" ist das erfolgreichste Netflix-Original aller Zeiten
Im Mittelpunkt von "Bridgerton" stehen Simon Basset (Regé Jean Page) und Daphne Bridgerton (Phoebe Dynevor).
© LIAM DANIEL/NETFLIX, SpotOn

Einige Kritiker monieren, die Serie sei viel zu weit weg von der Realität der Regency-Ära und des 19. Jahrhunderts. Während man hinsichtlich der Musik zustimmen muss – Streicherversionen von Ariana-Grande-Songs gab es in der Zeit tatsächlich noch nicht –, ist der dargestellte Sex nicht abwegig. In der britischen Zeitung "Daily Mail" klärt jetzt John Mullan auf, Professor für Englische Literatur in London und historischer Berater für "Bridgerton".

Laut Mullan war die Oberschicht der Regency Ära in London "genauso hemmungslos", wie sie in "Bridgerton" dargestellt wird. So deute schon der Name der Zeit auf die Art und Weise hin, wie mit Sex umgegangen wurde. Denn Prinzregent George, von 1811 bis 1820 an der Macht, nennt Mullan einen der "hedonistischsten aller britischen Royals", ein Schürzenjäger wie es sonst nur wenige waren. Die Generation der Royals um Prinzregent George war nicht zu vergleichen mit der seines Vaters, George III. Er und seine gleichaltrigen royalen Verwandten waren bekannt für ihre Affären und ihre Geschichte geprägt von Skandalen. Die "Kurtisanen waren die Boulevardberühmtheiten ihrer Zeit", erklärt Mullan in der "Daily Mail".

Wer steckt eigentlich hinter "Bridgerton"? Lesen Sie hier mehr dazu!

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Affären gehörten zum guten Ton

Auch in "Bridgerton" sorgt eine Affäre für Aufsehen. Anthony Bridgerton, der älteste Sohn der Familie, ist heimlich mit der Opernsängerin Siena zusammen. Die beiden sind nicht verheiratet und gehören unterschiedlichen sozialen Schichten an – ein Skandal, sollte die Romanze öffentlich werden. Dabei war "sexuelle Freizügigkeit" für viele Aristokraten der Zeit, laut Mullan, "ein Abzeichen von Kultiviertheit".

Unter dem Gesichtspunkt ist "Bridgerton" womöglich gar nicht so versext - sondern fast schon verklemmt?

Verwendete Quelle: "Daily Mail"

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de.