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Vibrionen: Diese Frau wollte nur Austern genießen - jetzt ist sie tot

Frau isst rohe Austern und stirbt
Frau isst rohe Austern und stirbt Fleischfressende Bakterien waren schuld 00:02:03
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Amerikanerin stirbt nach dem Verzehr von Meeresfrüchten

Gemeinsam mit ihrer Frau Vicky wollte die Amerikanerin Jeanette Bekannte im Bundesstaat Louisiana besuchen. Eine Spezialität hier: Austern. Sie kaufen diese auf dem Markt und essen sie roh. Jetzt ist Jeanette tot. Die Austern waren nämlich von fleischfressenden Bakterien befallen - sogenannten Vibrionen. Wir erklären, was Vibrionen sind und wie Sie sich schützen können.

Vibrionen: Fleischfressende Bakterien aus dem Meer

Sie kommen fast überall vor: Bakterien. Auch im Meer lauert die unsichtbare Gefahr. Vibrionen fühlen sich in Meereswasser wohl und vermehren sich besonders bei warmen Temperaturen. Zu finden sind sie nicht nur im Ausland, sondern auch bei uns an der Nord- und Ostsee. In Deutschland sind Vibrionen nur in kleinen Mengen zu finden, außer das Wasser ist längere Zeit über 17 Grad warm. Wenn das der Fall ist, vermehren sich zwei Typen sehr rasant:

  • Vibrio vulnifiucs
  • Vibrio parahaemolyticus

Vibrio vulnifiucs ist ein Wundinfektionserreger, der für ältere Badegäste und Kinder besonders gefährlich ist. Wenn dieses Bakterium in eine Wunde eindringt, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Die Infektion verbreitet sich schnell im Körper. Wenn sich erste Symptome zeigen, ist es für eine Medikation mit Antibiotika meist schon zu spät. Menschen mit offenen Wunden und schwachem Immunsystem sollten daher nicht im warmen Meer baden. 2014 gab es bereits einen Fall an der Ostsee. Nach einem Bad verstarb ein 73-jähriger Mann.

Ein weiterer Erreger ist der Vibrio parahaemolyticus. Dieser kann zu Durchfall und Erbrechen führen. Er wird oft beim Verzehr von Meerestieren wie Austern, Miesmuscheln, Shrimps oder Krabben übertragen. Selbst in tiefgekühlten Produkten kann das Bakterium überleben. Der rohe Verzehr birgt also ein sehr hohes Risiko für einen Magen-Darminfekt. Je nach Jahreszeit und Herkunft sollten Meerestiere für mindestens zehn Minuten gekocht werden.

Jeanette steckte sich mit dem zweiten Erreger an. Bei ihr war der Krankheitsverlauf heftiger, als es normalerweise der Fall ist. Wie das passieren konnte, erklärt Dr. Suso Lederle im Video.

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