Vergewaltigungs-VorwurfBeschuldigte kommen aus dem Märkischen Kreis
Es ist ein heftiger Vorwurf gegen fünf junge Männer aus NRW, mutmaßlich aus Lüdenscheid. Sie sollen im Mallorca-Urlaub eine junge Frau in einem Hotelzimmer vergewaltigt haben. Die Frau hat noch in der Nacht die Polizei gerufen. Die Männer sind in Untersuchungshaft und streiten die Vorwürfe ab. Jetzt könnte ein Handyvideo den entscheidenden Hinweis geben. Den Verdächtigen drohen eine lange U-Haft und bei Verurteilung Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren.
Männer sollen 18-Jährige in Nacht zu Donnerstag vergewaltigt haben

Zimmernummer 323, hinter dieser Tür soll die erst 18 Jahre junge Frau vergewaltigt worden sein. In der Nacht auf Donnerstag hat sie wohl zunächst einvernehmlichen Sex mit einem der Männer. Freunde von ihm sollen sie aber später zum Sex gezwungen haben. Die Frau alarmiert die Polizei. Sechs Männer werden festgenommen.
Lange Ermittlungen zu erwarten

Arndt Kempgens ist Rechtsanwalt aus Gelsenkirchen. Er sagt, dass die Ermittlungen noch längere Zeit dauern werden: "Im Moment befinden wir uns noch im Prüfungsverfahren. Es werden noch ärztliche Berichte ausge-wertet. Die Aussage der betroffenen Frau muss ausgewertet werden. Es soll ja ein Handyvideo geben. Das sind natürlich wichtige Anknüpfungspunkte."
Beschuldigte stammen aus dem Märkischen Kreis

Die Beschuldigten: sechs Deutsch-Türken zwischen 21 und 23 Jahren. Sie kommen zum Teil aus Lüdenscheid und Umgebung. Dies bestätigt einer der Anwälte RTL WEST gegenüber.
Am Samstag werden sie dem Haftrichter vorgeführt.
Nach fast sechsstündiger Anhörung führt die spanische Polizei die mutmaßlichen Täter aus dem Gerichtssaal ab. Der Richter lehnt eine Freilassung auf Kaution ab.
Einer wird freigelassen. Er soll derjenige sein, der einvernehmlichen Sex mit dem späteren Opfer hatte. Der Mann ist seit gestern wieder zu Hause. Die anderen fünf bleiben in Untersuchungshaft.
Arndt Kempgens, Rechtsanwalt: "Wenn man im Ausland eine Straftat begeht, ist natürlich die Fluchtgefahr gegeben, weil die Gefahr besteht, sobald die mutmaßlichen Täter aus der Untersuchungshaft entlassen werden, die natürlich versuchen, nach Deutschland zu kommen. Und das will die spanische Justiz verhindern.“
"Knallhart-Richter" lehnt Kaution ab
Der sogenannte "Knallhart-Richter" Antoni Rotger, hat die Kaution abgelehnt.
Er war auch im Fall der Münsteraner Kegelbrüder aus dem vergangen Jahr beteiligt.
Ihnen wurde Brandstiftung in einem mallorquinischen Hotel vorgeworfen. 56 Tage waren die Männer in U-Haft. Wann der Prozess stattfindet, ist immer noch unklar.
Richter wird ausgetauscht
Heute Mittag wird bekannt, dass der Richter im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung ausgetauscht wird.
Grund: Antoni Rotger war zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Grup-penvergewaltigung nicht der diensthabende Ermittlungsrichter.
Beschuldigten drohen bis zu 15 Jahren Haft

Trotzdem müssen sich die Beschuldigten wahrscheinlich auf Wochen, wenn nicht Monate in mallorquinischer Untersuchungshaft einstellen.
Arndt Kempgens, Rechtsanwalt: "Es ist damit zu rechnen, dass natürlich die Richter aktuell, nachdem dieses neue, schwerere Strafrecht seit einem Jahr gilt, auch deutlich härter die mutmaßlichen Täter, anfässt. Also ich befürchte, wenn es hier zu einer Verurteilung der Täter oder einzelner Täter kommt, dann wird es lange Haftstrafen geben."
Allein die U-Haft kann in Spanien bis zu vier Jahre dauern. Bei einer Verurteilung drohen den mutmaßlichen Tätern bis zu 15 Jahre Haft.


































