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Velbert: 13-Jährige von Jugendlichen vergewaltigt – Opfer erkannte einen Peiniger bei Facebook

13-Jährige von acht Jugendlichen vergewaltigt
13-Jährige von acht Jugendlichen vergewaltigt Die Angreifer zerrten sie in einen Wald 01:36

Acht Jugendliche fielen regelrecht über ihr Opfer her

In einem Waldstück im nordrhein-westfälischen Velbert haben sich mindestens acht Jugendliche an einem 13 Jahre alten Mädchen vergangen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wuppertal sitzen sechs von ihnen in Untersuchungshaft, zwei weitere sind vermutlich mit ihren Familien ins Ausland geflohen. Einen der sechs festgenommenen Peiniger konnte die Polizei auf Streife fassen, da das Opfer ihn bei Facebook wiedererkannte. Die Untersuchungshaft bezeichnet ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal als "harte Bandagen für Jugendliche, aber die sind hier absolut berechtigt." Es handele sich um "drastische Sexualstraftaten".

Opfer erkannte einen Peiniger bei Facebook

So soll das Mädchen einer der Jugendlichen laut der Wuppertaler Staatsanwaltschaft schon während der Vergewaltigungen bekannt vorgekommen sein. Nach der Tat suchte das Opfer den Jungen dann bei Facebook und wurde in einer Gruppe tatsächlich fündig. Zwar hatte der Peiniger im Netz einen anderen Namen angegeben, sein Foto ging aber trotzdem an alle Streifenpolizisten in Velbert raus, die ihn schließlich auf der Straße festnehmen konnten. "Er hatte sein Handy dabei, auf dem ein Filmmitschnitt des Verbrechens gespeichert war", so der Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft, Wolf-Tilman Baumert. Die Festnahme des Jungen sei "ein Volltreffer" gewesen, danach konnten weitere Verdächtige aus seinem Bekanntenkreis ermittelt werden.

Zwei Täter weiterhin auf der Flucht

13.06.2018: Nordrhein-Westfalen, Velbert: Ein Weg führt durch einen Wald in der Nähe des Parkbades. Auf dem Weg nach Hause nach einem Freibadbesuch sollen mehrere Jungen eine 13-Jährige in einen Wald gezerrt und missbraucht haben. Foto: Oliver Berg/d
In diesem Waldstück in Velbert kam es zu dem furchtbaren Verbrechen. © dpa, Oliver Berg, obe htf

Zwei der Tatverdächtigen haben sich mitsamt ihren Familien abgesetzt. Die Ermittler halten es für möglich, dass sie ins Ausland geflohen sind, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft. "Wir haben auch bei den Vermietern nachgefragt. Die Wohnungen sind leer", sagte der Staatsanwalt.

Die tatverdächtigen Schüler aus Velbert im Alter zwischen 14 und 16 Jahren stammen aus Bulgarien. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft von EU-Ausländern gesprochen. Die Beweislage sei vergleichsweise eindeutig, sagte der Sprecher. Es gebe DNA-Spuren, Aussagen des Opfers und der Spaziergängerin. Außerdem habe die Gruppe die Tat bekanntlich mit einem Handy gefilmt. Das Handy sei beschlagnahmt und bereits ausgewertet worden. Der Film sei nicht ins Internet hochgeladen worden, aber er könne nicht sagen, ob der Film als "Trophäe" auf dem Schulhof herumgezeigt worden sei.

Passantin befreite das Mädchen aus den Fängen der Jugendlichen

​Die Tat habe sich bereits am 21. April ereignet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Um das schwer traumatisierte Mädchen zu schützen, habe man die Öffentlichkeit nicht früher informiert.

Die Jugendlichen belästigten das Mädchen und dessen Freundinnen zunächst in einem Freibad. Als sie um 18 Uhr nach Hause gehen wollte, verfolgten die Jugendlichen die 13-Jährige und zerrten sie in einen nahegelegen Wald. Dort vergewaltigen zwei der Jugendlichen das Mädchen, während die anderen sechs das Verbrechen mit ihren Handys filmten. Anschließend zerrten die Jugendlichen die Schülerin zu einer Autobahnbrücke und missbrauchten sie weiter. "Sie sind, man muss es so sagen, über das Mädchen hergefallen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft über die Täter.

Erst als eine Passantin vorbeikam und mutig einschritt, war das Martyrium für die 13-Jährige vorüber. Die Frau entriss das Mädchen seinen Peinigern und alarmierte die Polizei – und rettete der Schülerin so vermutlich das Leben. 

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