Vegane Ernährung in der Schwangerschaft: Ist das gesund fürs Baby?

16. August 2018 - 15:18 Uhr

Vegane Ernährung in der Schwangerschaft kann fürs Baby gefährlich werden

Bereits jeder zehnte Deutsche verzichtet aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen auf Fleisch und einige davon sogar auf alle tierischen Produkte, wie zum Beispiel Milch oder Eier. Wenn man weiß, wie man sich richtig vegan ernährt, dann treten auch keine Mangelerscheinungen auf. Ist die vegane Ernährung während einer Schwangerschaft auch gesund fürs Baby?

Vegane Ernährung: Auch gut, wenn man schwanger ist?
Vegane Ernährung in der Schwangerschaft: Fürs Baby ein Risiko?

Katharina Hink ist überzeugte Veganerin und im sechsten Monat schwanger. Auch in der Schwangerschaft verzichtet sie weiterhin auf jegliche tierische Produkte. Die Expertenmeinungen gehen bei diesem Thema allerdings auseinander: Während manche Ernährungsberater dringend davon abraten, sich während der Schwangerschaft ohne tierische Produkte zu ernähren, sehen andere darin kein Problem - vorausgesetzt, man befolgt einige wichtige Regeln. Einfach nur auf Fleisch, Milchprodukte und Eier zu verzichten, kann für das ungeborene Baby tatsächlich ein Gesundheitsrisiko darstellen und seine Entwicklung beeinträchtigen.

Ernährungsexpertin Ursula Klein sieht in der veganen Ernährung während der Schwangerschaft ein unnötiges Risiko für das Kind, das eine werdende Mutter möglichst nicht eingehen sollte. Die Entwicklung des Babys im Mutterleib sollte unter optimalen Bedingungen ablaufen - tierisches Einweiß hält sie da für unverzichtbar.

Für Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin Frauke Girus-Nowoczyn dagegen ist die vegane Ernährung auch während der Schwangerschaft optimal: Die werdende Mutter bekomme alles, was sie für sich und das Baby braucht, aus pflanzlichen Quellen - mit Ausnahme des Vitamins B12, das über Nahrungsergänzungsmittel von außen zugeführt werden muss.

Katharina Hink geht regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung zu ihrer Gynäkologin. Die hat eindeutig festgestellt: Katharinas Blutwerte sind trotz der veganen Ernährung überdurchschnittlich gut und auch das Baby entwickelt sich prächtig. Wenn man sich also für vegane Ernährung entscheidet, sollte man sich sehr genau damit beschäftigen, welche Vitamine und Mineralien in welchen Nahrungsmitteln stecken - und sich am besten zusätzlich dazu ausführlich von einem Ernährungsspezialisten beraten lassen.

Mit passenden Alternativen lässt sich ein Mangel an Eiweiß, Vitamin B12, Calcium, Eisen, Jod und Omega-3-Fettsäuren nämlich vermeiden. Eine gute Alternative zu tierischem Eiweiß ist eine Mischung aus Getreide und Hülsenfrüchten. Die Eisen-Versorgung kann man sicherstellen, indem man Getreide und Hülsenfrüchte mit Gemüse oder Obst kombiniert. Für genügend Jod sollten Veganer unbedingt Jodsalz verwenden. Omega-3-Fettsäuren kommen in Lein-, Walnuss- und Rapsöl vor. Außerdem werden manche Lebensmittel wie Margarine oder Brot mit Omega-3-Fetten angereichert.

Auch die regelmäßigen Vorsorge-Untersuchungen sind sehr wichtig, um Mangelerscheinungen frühzeitig zu entdecken. Das Wohl des Kindes sollte schließlich unbedingt vorgehen.