Derselbe Arzt hilft ihr ein zweites Mal!

Siamesische Schwester bekommt ihr Baby genau dort, wo sie vom Zwilling getrennt wurde

Siamesische Zwillinge Charity und Kathleen im August 2000.
Siamesische Zwillinge Charity und Kathleen im August 2000.
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28. August 2021 - 10:23 Uhr

Es ist ein kleines Wunder

21 Jahre nachdem Charity Lincoln Gutierrez-Vazquez von ihrer siamesischen Schwester Kathleen getrennt wurde, bringt sie eine gesunde Tochter auf die Welt: Charity hat sich entschieden, ihr Baby dort zu Welt zu bringen, wo sie damals getrennt wurde: im "University of Washington Medical Center" in Seattle. Warum die Geburt von Alora einem kleinen Wunder gleicht.

Nach OP von siamesischen Zwillingen: Arzt hilft ihr ein weiteres Mal

Charity Lincoln Gutierrez-Vazquez
Charity Lincoln Gutierrez-Vazquez bringt ihre Tochter Alora im University of Washington Medical Center in Seattle zur Welt
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Mit nur sieben Monaten mussten Charity und Kathleen eine extrem riskante Operation über sich ergehen lassen. Die Schwestern waren bei ihrer Geburt vom Brustbein bis zum Becken verbunden, jede jeweils mit einem Bein, ein drittes teilten sie sich. Einige Organe wurden ebenfalls von beiden Körpern beansprucht. In einer 31-stündigen Operation wurden sie jedoch erfolgreich voneinander getrennt. Damals waren knapp 30 Ärzte und Krankenschwestern beteiligt, unter anderem auch Dr. John Waldhausen. "Das war so komplex und schwierig wie alles, was wir tun oder je getan haben", sagte Dr. Waldhausen damals gegenüber "Dateline".

21 Jahre später hilft er Charity ein weiteres Mal – diesmal bei der Geburt ihrer Tochter.

Kathleen und Charity in ihrem Zuhause in Harrisburg
Kathleen (li.) und Charity 15 Jahre nachdem sie getrennt wurden
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"Ein großartiger Tag für uns alle"

Der Arzt machte sich zunächst Sorgen. "Wir wussten nicht, ob wegen ihrer damaligen Operation alles gut laufen würde", so Dr. Waldhausen. Doch zum Glück waren die Sorgen unbegründet. Alora musste zwar kurzzeitig auf die Neugeborenen-Intensivstation, aber Mutter und Baby konnten sich schnell von dem Kaiserschnitt erholen.

Für die frischgebackene Mama schließt sich in der Uni-Klinik von Seattle der Kreis. "Wenn ich an unsere Geschichte in diesem Krankenhaus denke, bin ich sehr dankbar für alle, die sich so großartig um uns kümmerten", erzählt Charity im Anschluss. "Wir sind so stolz auf Alora. Wir hoffen, sie wächst zu einem netten und liebevollen Menschen heran und dass sie ein glückliches Leben führen wird."

Auch Dr. Waldhausen ist glücklich: "Es schließt sich wirklich der Kreis, das ist ein großer Tag für uns alle." (fgo)