Frau findet per WhatsApp Unfallwrack ihres Freundes bei Brandenburg

Unbemerkter Unfall auf der A2

30. November 2020 - 15:20 Uhr

Junge Frau wunderte sich, dass ihr Partner aus Gifhorn nicht ans Telefon ging

Ein junger Mann aus dem Landkreis Gifhorn verdankt einer oft gescholtenen Funktion des beliebten Whats-App-Messengers wohl sein Leben: Der 32-jährige war zusammen mit seiner Freundin in getrennten Fahrzeugen nach Berlin unterwegs. Damit das Paar bei der langen Fahrt gegenseitig stets über den Standort des anderen informiert war, hatte der Mann die sogenannte "Live-Standort-Funktion" aktiviert. Als seine Freundin sich nun am Abend in Berlin wunderte, weil ihr Partner sich länger nicht meldete und schon lange überfällig war, versuchte sie ihn zunächst telefonisch zu erreichen. Da er nicht antwortete, fuhr sie zum letzten gegen 17:30 Uhr über die App gemeldeten Standort an der A2 – und entdeckte gegen 21:30 Uhr das Unfallwrack.

Unfall auf der A2: Der Verunglückte hatte keine Möglichkeit, Hilfe zu holen

Der 32-jährige Mann war aus völlig ungeklärten Gründen mit seinem Mercedes-Sportwagen zwischen 17:30 und 18 Uhr auf der A2 zwischen Wollin und Brandenburg in Richtung Berlin von der Fahrbahn abgekommen und mit hoher Geschwindigkeit in das angrenzende Waldstück gerast. Dort war der Pkw förmlich an einem Baum zerschellt, der Fahrer wurde in den Trümmern eingeklemmt. Hilflos musste er stundenlang mit ansehen, wie auf der nahen Autobahn hunderte Autos an ihm vorbeifuhren, ohne dass überhaupt jemand von dem Unfall mitbekam.

Auch die anschließend sofort eingeleitete Rettung des Schwerverletzten dauerte noch einige Zeit. Der Mann hatte viel Blut verloren und war massiv eingeklemmt. In dieser Lage musste er trotz unheimlicher Schmerzen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ausharren.

Das unbeleuchtete Fahrzeug war im Wald zwischen Wollin und Brandenburg kaum zu sehen

Nachdem die Feuerwehrleute das Unfallopfer mit schwerem Gerät endlich befreit haben, kommt der Mann in kritischem Zustand in ein Krankenhaus. Auch seine Freundin muss mit einem schwerem Schock in der Klinik behandelt werden.

Auch für den erfahrenen Autobahnpolizisten Bernd Lorenz ist es ein Rätsel, warum diesmal keiner auf der sonst vielbefahrenen A2 den Unfall bemerkt hatte. "Das ist ein nicht alltäglicher Unfall für uns", so der Beamte, "sonst gibt es eigentlich immer irgendwelche Zeugen, aber diesmal war das unbeleuchtete Fahrzeug im Wald nicht zu sehen!"