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Trotz Queen-Zuspruch: Ohne Prinz Williams Gunst würde Camilla nicht Königin werden

Vom Widersacher zum Fürsprecher

Trotz Queen-Zuspruch: Ohne Prinz Williams Gunst würde Camilla nicht Königin werden

 Catherine, Duchess of Cambridge, Prince William, Duke of Cambridge, Camilla, Duchess of Cornwall and Charles, Prince of Wales attend the World Premiere of No Time To Die at the Royal Albert Hall in London, SEPTEMBER 28th 2021 PUBLICATIONxINxGERxSUIx
Herzogin Camilla und Prinz William hatten schon immer eine komplizierte Beziehung.
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von Laura Schäfer

Neben König Charles wird also Königin Camilla sitzen. Diese Nachricht setzt einen versöhnlichen Schlusspunkt hinter eine turbulente Familiengeschichte – denn Prinz William soll einverstanden sein. Obwohl die Frau seines Vaters jahrelang ein rotes Tuch für ihn war.

Prinz William: Vom Camilla-Widersacher zum Fürsprecher?

Camilla wird also Königin bzw. "Queen Consort", Königsgemahlin, wie es ganz korrekt heißt. Die deutliche Botschaft der Queen am Vorabend ihres historischen Thronjubiläums ist mehr als nur eine Geste. Die Zustimmung des Parlaments zum neuen Titel der Herzogin von Cornwall nach dem Tod von Queen Elizabeth ist reine Formsache.

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Es ist der Sieg der Resilienz. Möglich, weil Prinz William vom Widersacher zum Fürsprecher wurde.

Mit Harry und William hatte Camilla die emotionalsten Kritiker in der Familie

Die lange Geschichte von Prinz Charles und Herzogin Camilla ist tausendfach erzählt und sogar verfilmt worden. Auch 30 Jahre nach der Enthüllung ihrer außerehelichen Affäre haben die beiden – und vor allem sie – zahlreiche Kritiker. Unter die freudigen Kommentare zum Statement der Queen am vergangenen Wochenende, mischten sich immer wieder Hassnachrichten gegen Camilla.

Jedem Beobachter sollte die Standfestigkeit der Herzogin von Cornwall zumindest Respekt abverlangen. Nicht nur weil sie einige Jahre zu den verhasstesten Personen in Großbritannien gehörte, sondern auch weil sie die emotionalsten Kritiker in der neuen Familie hatte. Prinz Harry und Prinz William haben Camilla die Schuld am Zerbrechen der Ehe ihrer Eltern gegeben. Sie war der Grund, weshalb ihre geliebte Mama Diana jahrelang litt. Das konnten die Prinzen sehr lange nicht überwinden.

Vom ersten öffentlichen "Auftritt" bis zur Hochzeit: Der Palast machte Camilla behutsam hoffähig

1999 feierte Camillas Schwester Annabel ihren Geburtstag und beim Verlassen der Party in einem Londoner Hotel wurden der Thronfolger und seine langjährige Geliebte erstmals zusammen fotografiert. Ein Zufall? Mitnichten. Seit Mitte der 1990er Jahre hatte der Palast eine Image-Kampagne gestartet, um Camilla hoffähig zu machen. Der Tod von Prinzessin Diana ließ die Bemühungen zunächst stocken, aber zum Ende wurde weiter daran gearbeitet. 2001 erschien Charles bei einem Charity-Event, das Camilla veranstaltete. Dort gab es den ersten öffentlichen Kuss auf die Wange. Vier Jahre später durfte das Paar heiraten.

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Damals hieß es, Harry und William freuten sich für ihren Vater. Beide zeigten sich lächelnd mit ihren Halbgeschwistern nach der Segnung und der standesamtlichen Hochzeit in Windsor. Nichtsdestotrotz saßen die Verletzungen tiefer. Das Verhältnis der jungen Prinzen mit ihrem Vater war an einem Tiefpunkt angelangt. Viele Royal-Reporter von der Insel berichteten, dass es lautstarke Auseinandersetzungen zwischen ihnen gab. Geändert hat sich das erst in den letzten Jahren.

Kate und Meghan brachten ihre Männer dem Vater wieder näher

Vor allem Herzogin Kate und später Herzogin Meghan haben ihre Männer dazu gebracht, sich ihrem Vater anzunähern. Mittlerweile heißt es, dass Prinz William und Prinz Charles das seit Jahren beste Verhältnis pflegen. Harry ging es ähnlich, bevor er mit dem Königshaus brach. Und Camilla? Diana-Vertrauter und "Daily Mail"-Kolumnist Richard Kay und Sussex-Biograf Omid Scobie erzählten mir, dass sie die Herzogin von Cornwall als die Frau ihres Vaters betrachten. Nicht mehr. Sie verbindet keine herzliche Beziehung. Die Verletzungen der Vergangenheit sitzen zu tief.

Und so ist es ein versöhnliches Zeichen, dass William die Botschaft der Queen, wonach Camilla eines Tages Königin werden soll, gutheißt. Dass Elizabeth II. diese auch verschickt hätte, wenn der Krieg gegen die früher verhasste Stiefmutter immer noch am Toben wäre, ist zu bezweifeln. Schließlich ist der Herzog von Cambridge nicht nur ihr Enkel und der Sohn des künftigen Königs, sondern der übernächste Monarch. Der Weg für den Hof unter einem König Charles (oder welchen Königsnamen er sich dann aussucht) ist bereitet. Mit seiner "lieben Frau", der Königin Camilla, an seiner Seite.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de.