Schwierige Zeiten für werdende Mütter

Trotz mehr Babys, immer weniger Geburtenstationen im Norden

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Mutter küsst am 06.11.2012 ihr Kind in ihrem Zimmer in der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden (Sachsen).   Foto: Arno Burgi/dpa (zu dpa 'Weltwe
Kapazitäten in der Geburtshilfe werden abgebaut, obwohl zuletzt mehr Babys zur Welt gekommen sind. (Symbolbild)
dpa, Arno Burgi

Längere Wege für Schwangere und schwierigere Situationen für Familien. Zwar haben 600 Babys mehr in schleswig-holsteinischen Kliniken im vergangenen Jahr das Licht der Welt erblickt und die Zahl der Geburten steigt dort auf 21.400, aber trotzdem schließen immer mehr Krankenhäuser ihre Geburtshilfe.

SPD-Landtagsabgeordnete Birte Pauls übt scharfe Kritik

Mehr Geburten in Schleswig-Holstein, aber immer mehr Geburtenstationen schließen.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Birte Pauls im Landtag in Kiel.
RTL Nord

„Die Situation für schwangere Frauen verschlechtert sich“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete in Schleswig-Holstein Birte Pauls der Deutschen Presse-Agentur. Schleswig-Holstein müsse die Versorgung der Mütter und Kinder sicherstellen. Pauls reagierte auf die Schließung von Geburtsstationen im Land und die Antworten der schwarz-grünen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von ihr zu diesem Themenkomplex. Die Landesregierung nehme diese Schließungen seit Jahren nur zur Kenntnis und reagiere, wenn überhaupt, zögerlich und verspätet. Die Geburtshilfe in Eckernförde sei Anfang des Jahres mit tatkräftiger und finanzieller Unterstützung der Landesregierung geschlossen worden.

Geburtsstation in Henstedt-Ulzburg schließt als nächstes

Mehr Geburten in Schleswig-Holstein, aber immer mehr Geburtenstationen schließen.
Mehr Geburten in Schleswig-Holstein, aber immer mehr Geburtenstationen schließen. Auch hier in Henstedt-Ulzburg in Ende des Jahres Schluss.
RTL Nord

Auch für die Geburtsstation in Henstedt-Ulzburg sei es zu spät. Diese wird zum Jahresende geschlossen. Im Einzugsbereich gebe es fünf weitere Krankenhäuser mit Geburtshilfe-Abteilung, heißt es in der Regierungsantwort auf die Anfragen von Pauls. Die Versorgung bleibe damit sichergestellt. „Erst jetzt gibt es wieder einen Arbeitskreis zur Geburtshilfe im Gesundheitsministerium“, kritisierte Pauls. „Wir können nur hoffen, dass hier so schnell wie möglich gemeinsam mit den Beteiligten Konzepte erarbeitet werden, damit keine weitere Geburtsstation geschlossen wird und die sich Rahmenbedingungen für Mütter, Kinder und Hebammen verbessern.“

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So reagiert die Landesregierung in Schleswig-Holstein

Der Landtag hatte sich vor drei Wochen einmütig dafür ausgesprochen, den Trend zum Schließen von Geburtskliniken zu stoppen. In der Debatte zeichnete sich aber auch ab, dass die Handlungsmöglichkeiten des Landes offenkundig beschränkt sind. Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) betonte, die Landesregierung hole die beteiligten Verbände an einen Tisch, um Lösungen zu erarbeiten. Dabei gehe es unter anderem um Kooperationen von Geburtskliniken. (dpa/nid)