50.000 Fans in der Domstadt

Corona-Wahnsinn! Oder? Volle Hütte beim Rhein-Derby in Kölle erhitzt die Gemüter

Volle Hütte in Kölle: Diese Bilder lösen viel Empörung aus.
Volle Hütte in Kölle: Diese Bilder lösen viel Empörung aus.
© deutsche presse agentur

28. November 2021 - 10:05 Uhr

Volle Hütte - mit Maske

Geht das noch oder ist es nicht der völlige Wahnsinn? Mitten in der vierten Welle der Corona-Pandemie sorgen voll Fußball-Stadien wie beim Rhein-Derby in Köln für Diskussionen. Immerhin wurden die Zuschauer in der Domstadt aufgefordert, ihre Maske auch auf den Rängen zu tragen. Die Akteure auf dem Rasen freuten sich hingenen wie Bolle über die Unterstützung. "Das ist auch für mich das erste Derby dieser Größe", sagte FC-Coach Steffen Baumgart vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach – und der große Teil der 50.000 Zuschauer feierte ausgelassen den so wichtigen 4:1-Sieg gegen den Erzrivalen vom Niederrhein. "Wir haben eine volle Hütte. Darauf freuen wir uns." Das sieht nicht jeder so. Denn die Inzidenzen steigen rasant.

Forderung nach Unterbrechung der Saison werden laut

Sogar der Ruf nach einem Spiel-Stopp wird lauter. "Es ist höchste Zeit, dass die Deutsche Fußball Liga den Spielbetrieb unterbricht", sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), der diese Forderung auch bei der Innenministerkonferenz Anfang Dezember vehement vertreten will.

"Es gilt, in der Krise Prioritäten zu setzen. Ein Fußballspiel abzusichern, gehört definitiv nicht dazu", betonte Mäurer: "Wir müssen auf die DFL einwirken, den Spielbetrieb umgehend zu unterbrechen oder zumindest vorerst nur Geisterspiele anzusetzen."

Vollbesetzte Stadien? Geht gar nicht!

Während in Sachsen die ungeliebten Geisterspiele schon zurück sind, ging die große Party auf den Rängen in Köln vorerst weiter - nicht zur Freude aller. "Dass wir in einer solchen Situation noch vollbesetzte Fußballstadien am letzten Wochenende hatten, das geht nun wirklich gar nicht", sagte der scheidende Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) im rbb-Inforadio.

Dass nun wieder Tausende Fans in die Stadien strömen werden, dürfte ihm auch nicht gefallen. Braun fordert eine "Vollbremsung" angesichts von rund 76.000 Neuinfektionen am Freitag. Es ist offen, was nun wieder auf die Profivereine zukommt. Geisterspiele, wie sie etwa RB Leipzig in den kommenden Wochen im eigenen Stadion austragen muss, sind auch bei anderen Clubs keineswegs ausgeschlossen - nicht nur Sachsen reagierte bereits auf die teils dramatische Lage. Die 2G-Regel ist schon Mindestanforderung in allen Stadien, in einigen Bundesländern greift 2G plus.

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"Die vierte Welle trifft uns hart"

Mit den neuen Maßnahmen muss sich auch Rekordmeister Bayern München beschäftigen. In Baden-Württemberg und Niedersachsen dürfen 50 Prozent ausgelastet werden, in Bayern nur 25 Prozent. Dies sei "bitter, wirtschaftlich und emotional. Die vierte Welle trifft uns sehr hart", sagte Vorstandsboss Oliver Kahn. Sollte die Inzidenz über 1000 steigen, müssten auch in der Allianz Arena die Tribünen leer bleiben.

Bei den Clubs wachsen die Sorgen, die Angst vor einer weiteren Corona-Saison ist groß - die Geisterspiele und die Partien mit begrenzten Kapazitäten reißen erneut große Löcher in die ohnehin knapp gefüllten Kassen. "Wir halten uns an die Politik", betonte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Doch die sächsischen Vereine befürchten durch die ungleichen Regeln einen Wettbewerbsnachteil, wenn Vereine wie Köln auf die Unterstützung Tausender Fans zählen können. (sid/tme)