26. August 2018 - 10:40 Uhr

Weltwasserwoche in Stockholm: Experten beraten über Trinkwasserzugang für alle!

Das muss an dieser Stelle mal gesagt werden: Wir haben wirklich Glück in Deutschland! Trinkwasser ist bei uns nicht nur in großen Mengen verfügbar, sondern außerdem sehr sauber. In vielen anderen Ländern haben nicht einmal alle Menschen einen Zugang zu gutem Trinkwasser! Um dieses Problem endlich in den Griff zu bekommen, treffen sich Experten deshalb ab jetzt auf der Weltwasserwoche in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Doch auch wenn uns Deutsche diese großen Probleme nicht betreffen: Ein paar Dinge müssen Verbraucher schon beachten, damit sie Leitungswasser bedenkenlos trinken und damit duschen können.  

Unser Wasser hat eine top Qualität, kann aber trotzdem krank machen

Es schimmelt zwar nicht wie andere Lebensmittel, aber auch Wasser kann verderben!

Die gute Nachricht: In geschlossenen Glasflaschen ist es sehr lange haltbar – deutlich länger als die meist zwei Jahre, die als Verfallsdatum angegeben sind.
Plastikflaschen sind schon eher problematisch, weil sich mit der Zeit Chemikalien aus dem Plastik lösen und ins Wasser gelangen können. Stehen die Flaschen in der Sonne, beschleunigt das den Prozess noch.

Doch egal ob Glas oder Plastik: Sobald die Flasche geöffnet wurde, tickt die Uhr, denn ab jetzt können Bakterien aus der Luft ins Wasser gelangen. Nach ein paar Tagen haben sich die Mikroorganismen dann schon fleißig vermehrt!

Noch mehr Keime gelangen ins Wasser, wenn eine oder sogar mehrere Personen direkt aus der Flasche trinken. Dann ist auch die Öffnung der Flasche mit Keimen belastet – da kann von Herpes- bis Erkältungsviren alles dabei sein.

Schaler Geschmack muss nicht schlimm sein

09.08.2018, Hessen, Frankfurt am Main: Ein Mann nutzt das kostenlose Trinkwasser an einem Brunnen zum Händewaschen. Der Trinkbrunnen wird von dem Frankfurter Energieversorger Mainova betrieben und steht in der Fußgängerzone. Die Non-Profit-Organisati
Ein Mann nutzt in Frankfurt am Main das kostenlose Trinkwasser an einem Brunnen zum Händewaschen.
© dpa, Andreas Arnold, arn kno

Sobald Wasser ein paar Stunden gestanden hat, schmeckt es nicht mehr frisch – das kennt wohl jeder. Zur Beruhigung: Das ist noch kein Zeichen für ein "Schlechtwerden". Der Grund für den abgestandenen Geschmack: Die chemische Zusammensetzung hat sich leicht verändert. Das Wasser nimmt aus der Luft nämlich kleine Mengen CO2 auf und das senkt den pH-Wert. 

Kalt stellen und schnell trinken

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man geöffnete Wasserflaschen am besten im Kühlschrank aufbewahren – dann können sich Keime nicht so schnell vermehren. Und spätestens, wenn das Wasser irgendwie nach Plastik schmeckt: Lieber wegschütten!

So haben Legionellen keine Chance!

Legionellen sind Bakterien, die von Natur aus im Grundwasser vorkommen – in einer geringen Konzentration, in der sie für uns Menschen ungefährlich sind. Bekommen sie jedoch die Chance, sich explosionsartig zu vermehren, und atmen wir sie dann ein, können sie eine tödliche Lungeninfektion auslösen! Zwischen 6.000 und 10.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr daran, schätzt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Erstaunlich: Übers Trinken können wir uns nicht anstecken! Die Gefahr besteht vor allem beim Duschen. Denn dann können die Legionellen über den warmen Wasserdampf in unsere Lungen gelangen.

Entscheidend ist also, sicherzustellen, dass sich Legionellen in unseren Wasserleitungen gar nicht erst vermehren können. Dazu müssen Sie einfach zwei Dinge beachten:

Auch wenn es im Sommer warm ist: Stellen Sie nicht die Temperatur der Warmwasseranlage herunter, um Geld zu sparen. Das Wasser sollte dauerhaft mindestens 60 Grad warm sein, das mögen die Bakterien nicht. Wer im Mehrfamilienhaus wohnt, fragt am besten den Vermieter nach der eingestellten Temperatur.

Tipp Nummer 2: Wenn in Ihren Leitungen das Wasser ein paar Tage stand, lassen Sie die Dusche unbedingt ein paar Minuten laufen, bevor Sie druntersteigen. Lüften Sie dabei gut durch und verlassen Sie währenddessen das Badezimmer.

Wenn Sie das beides beachten, haben Sie ein garantiert ungestörtes Duschvergnügen!

Noch mehr Tipps

11/04/2007. Bottled water is not necessarily healthier or safer than tap water, Tampa, Florida-based sports nutritionist Cynthia Sass told the American College of Sports Medicine 11th annual Health & Fitness Summit in Dallas. STOCK PICTURE Foto: PHOT
Im Video oben erfahren Sie unter anderem, wie Sie sicherstellen, dass Ihr Leitungswasser nicht mit Blei belastet ist.
© picture-alliance/ dpa, Maxppp Matthieu De Martignac

Wie Sie sicherstellen können, dass Ihr Leitungswasser nicht mit Blei belastet ist und warum Sie besser Wasser aus dem Hahn als aus der gekauften Flasche trinken – das erfahren Sie im Video.