Tonies startet an der Börse durch

Düsseldorfer Unternehmen jetzt eine Milliarde Euro wert

Die Tonieboxen stehen in vielen Kinderzimmern.
Die Tonieboxen stehen in vielen Kinderzimmern.
© Boxine GmbH

29. November 2021 - 15:12 Uhr

Tonieboxen machen nicht nur Kinder froh

Tonieboxen lassen seit heute nicht nur Kinderherzen höher schlagen, sondern auch die von Erwachsenen, die ihr Geld anlegen wollen. Denn der Audio-Boxen-Hersteller Tonies hat den fulminanten Sprung an die Frankfurter Börse geschafft. Das vor acht Jahren gegründete Unternehmen aus Düsseldorf, das für Kinder Musik- und Hörspielboxen herstellt, wird mit fast einer Milliarde Euro bewertet.

In 8 Jahren von der Idee zum Milliarden-Unternehmen

Tonies stellt Audio-Boxen her für Kinder. Mit Figuren wie Pippi Langstrumpf oder Winnie Puuh können Hörspiele oder Lieder über diese Boxen abgespielt werden. Tonies hat nach eigenen Angaben 2,4 Millionen solcher Boxen verkauft und mehr als 25 Millionen Figuren. Für 2021 wird ein Umsatz von 172 Millionen Euro angepeilt. Bis 2025 soll er auf 700 Millionen Euro steigen.

Wie Tonies am Montag erklärte, wird der Bruttoerlös aus dem Börsengang von rund 190 Millionen Euro in die Expansion gesteckt. Vor allem in den USA wollen die Düsseldorfer ihr Geschäft ausbauen. Die Aktie legte zu Handelsstart um 18 Prozent auf 13,80 Euro zu.

Die Gründer wählten für den Gang aufs Börsenparkett das Schnellverfahren über einen sogenannten SPAC. Sie fusionierten dazu mit der Zweckgesellschaft 468 Spac, die als leerer Börsenmantel den einzigen Zweck hat, ein Unternehmen zu übernehmen und es an die Börse zu bringen. Hinter 468 Spac steht unter anderem Ex-Rocket-Internet-Vorstand Alexander Kudlich. Die beiden Gründer von Tonies, Patric Faßbender und Marcus Stahl, bleiben Vorstände der Gesellschaft.

Patric Faßbender, Marcus Stahl
Die Erfinder der Toniebox: Patric Faßbender (links) und Marcus Stahl (rechts).
© Boxine GmbH

Die Firma aus Düsseldorf hat in 8 Jahren den Durchmarsch geschafft: Von der Idee zum Milliarden-Unternehmen. Fast schon legendär sind die Anfänge von Tonies: Gründer Patric Faßbender hat sich wie viele andere Eltern über zerkratzte und kaputte Hörspiel-CDs geärgert. Gemeinsam mit seiner Frau stellte er sich die Frage: "Warum gibt es keine digitale und dabei wirklich kindgerechte Möglichkeit, Hörspiele, Hörbücher und Musik abzuspielen?" Praktisch, dass Patric Faßbender in der gleichen Kita mit Marcus Stahl auf einen gleichgesinnten Vater trifft. Das Ergebnis: Die Hörfiguren namens Tonies und ein Würfel namens Toniebox – eine Idee, die inzwischen eine Milliarde Euro wert ist. (reuters/aze)