Armenviertel in Rio de Janeiro

Tödliche Schießerei in Brasilien: Mindestens 23 Tote

Die Operation der Polizei galt Drogenhändlern, die offenbar Kinder für ihre Bande rekrutieren wollten.
Die Operation der Polizei galt Drogenhändlern, die offenbar Kinder für ihre Bande rekrutieren wollten.
© AP, Silvia Izquierdo, LM

06. Mai 2021 - 20:27 Uhr

Polizist bei Schießerei getötet

Bei einem Polizeieinsatz in einer Favela im Stadtteil Jacarezinho in Rio de Janeiro sind mindestens 23 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich um 22 Verdächtige und einen Polizisten, wie das Nachrichtenportal "G1" unter Berufung auf die Polizei berichtete.

Schlag gegen Drogenbande

Zwei Fahrgäste der Metro, die in der Nähe der Favela Jacarezinho vorbeiführt, wurden laut dem Bericht in einem U-Bahn-Wagen angeschossen und überlebten. Bei dem Einsatz soll es sich um einen Schlag gegen eine Drogenhändlerbande handeln, die Kinder anwerben wollte und für Überfälle, Entführungen und Morde bekannt sein soll, meldet der Sender BBC. Wegen der heftigen Schusswechseln und Explosionen konnten Bewohner, unter ihnen eine Braut und eine Schwangere, ihre Häuser nicht verlassen. Eine Klinik musste geschlossen bleiben.

Der App "Fogo Cruzado" (Kreuzfeuer) zufolge, die seit 2016 Daten über bewaffnete Gewalt sammelt, ist es die Polizei-Operation mit den meisten Toten in einer Favela Rios seit dem Beginn der Erhebung. Jacarezinho gilt als einer der Stützpunkte des "Comando Vermelho" (Rotes Kommando) im Norden Rios, den dieses unter anderem mit Barrikaden schützt.

Rio de Janeiro ist eine der gewalttätigsten Städte Brasiliens. Weite Gebiete werden von Kriminellen kontrolliert, von denen viele Verbindungen zu Banden des Drogenhandels haben. Vor allem in den Armenvierteln, den Favelas, kommt es immer wieder zu einer Eskalation der Gewalt.

dpa / BBC / SBL

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