Welche Produkte gegen Karies zu empfehlen sind

Stiftung Warentest: Die günstigsten Mundspülungen sind die besten

In Sachen Kariesprophylaxe sollten Verbraucher auf Mundspüllösungen setzen, nicht auf Mundwässer. Das empfiehlt die Stiftung Warentest.
© Copyright: Andrey Popov (Copyright: Andrey Popov (Photographer) - [None], Photographer: Andrey Popov

29. Januar 2021 - 10:46 Uhr

Das Geld für Mundwasser kann man sich offenbar sparen

Wer sich Mundwasser oder eine Mundspüllösung zulegt, hofft in erster Linie, dass das Mittel vor Karies schützt. Das kam bei einer Umfrage der Stiftung Warentest heraus, die für das Februar-Heft 2021 Odol, Listerine & Co. gecheckt hat. Ein zentrales Fazit in aller Kürze vorweg: Die meisten getesteten Mundspüllösungen sind zu empfehlen, Mundwässer dagegen nicht. Das Geld dafür könne man sich sparen, urteilen die Test-Experten. Warum das so ist und welche Produkte besonders auffällig waren, zeigen wir hier.

Das ist der Unterschied zwischen Mundspülung und Mundwasser

Auf den ersten Blick sind Mundwasser und Mundspüllösung sehr ähnlich: Mit beiden Produkten spült man sich den Mund aus, einige gurgeln auch damit. Bei Mundwasser handelt es sich allerdings um ein Konzentrat, das mit Wasser verdünnt wird – Mundspüllösungen erledigen ihren Hygiene-Job unverdünnt. Ein weiterer kleiner, aber wichtiger Unterschied: Viele Mundspüllösungen enthalten Fluorid, das nachgewiesenermaßen vor Karies schützt. Fluorid fehlt in Mundwässern, daher sind Mundwässer nicht zur Kariesprophylaxe geeignet. Theoretisch könnten sie jedoch Zahnfleischentzündungen und Plaque vorbeugen, doch auch dafür reicht die Konzentration der notwendigen Stoffe nicht, wie der Warentest zeigte. Mundgeruch wird durch Mundwässer ebenfalls nicht verhindert.

Mundspüllösungen sind den Experten zufolge die bessere Wahl. Vor allem für Menschen, deren Zahnfleisch besonders empfindlich ist und für Zahnspangenträger. 8 der 13 gecheckten fertigen Mundspüllösungen beugen Karies zuverlässig vor – "darunter die vier Besten von Edeka, Kaufland, Lidl, Rossmann Prokudent", so Stiftung Warentest.

Die besten Mundspüllösungen laut Stiftung Warentest im Überblick

Neben Fluorid sind auch bestimmte andere Stoffe für die Mundhygiene von Vorteil. Ätherische Öle und Cetylpyridiniumchlorid können beispielsweise Corona-Viren reduzieren. Zinksalze wirken gegen Bakterien und hemmen somit Entzündungen des Zahnfleischs.

Die besten Mundspüllösungen im Warentest 02/2021

  1. Elkos DentaMax-Mündspülung von Edeka (Note gut/1,6; Preis 0,72 Euro)
  2. Bevola Mundspülung Mint von Kaufland (gut/1,6; 0,72 Euro)
  3. Dentalux Mundspülung Fresh Mint (gut/1,6; 0,72 Euro)

Eine Mundspülung ist im Test mit der Note mangelhaft durchgefallen: Die Med Salbei Mundspülung von Dr. Hauschka.

Fast alle Mundwässer im Test mangelhaft

Von sieben gecheckten Mundwasser-Produkten erhielt eines immerhin die Note ausreichend, die restlichen wurden als mangelhaft (5,0) bewertet – darunter auch Produkte namhafter Hersteller wie Odol und Colgate. Vergleichweise teuer und mit mangelhaft durchgefallen sind laut Stiftung Warentest die Mundwässer Ratanhia-Mundwasser-Konzentrat von Weleda (ca. 7,25 Euro pro Flasche) und Natürliches Mundwasser-Konzentrat von One Drop Only (ca. 3,15 Euro).

So werden Mundspülungen angewendet

Bei den meisten Mundspülungen dient der Deckel der Flasche als Messbecher. Er ist auf der Innenseite häufig mit einem Strich versehen. Diese Markierung dient dazu, die empfohlene Menge exakt abzumessen. In der Regel sind 15 bis 20 Milliliter völlig ausreichend.

Der Mund wird je nach Herstellerangabe intensiv gespült, ohne die Flüssigkeit zu verschlucken. Das ist besonders wichtig, da die in der Mundspülung enthaltenen Wirkstoffe zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Kinder sollten eine Mundspülung daher nur unter Aufsicht anwenden. Nach dem Spülen ist kein Nachspülen mit klarem Wasser erforderlich. Dieses ist sogar eher zu vermeiden, da die Wirkung der Spülung beeinträchtigt werden könnte.