Therapie-Offenbarung

"Tatort"-Star Nora Tschirner litt unter Depressionen

Nora Tschirner hat stets ein süß-freches Lächeln im Gesicht - und hat damit oft nur ihre Fassade gezeigt.
© dpa, Ingo Wagner, bsc

15. April 2020 - 20:27 Uhr

Nora Tschirner nahm den Kampf an

Sie ist forsch, sie hat Humor und von ihr würde man wohl als letztes denken, dass sie privat eigentlich gegen dunkle Dämonen zu kämpfen hat. Umso überraschender, dass "Tatort"-Star Nora Tschirner jetzt in einem neuen Podcast über depressive Phasen in ihrem Leben ausgepackt hat. Die Krankheit habe sie so sehr eingenommen, dass ihr nur drastische Maßnahmen helfen konnten.

Ihr Weg aus der Depression

Es sind ungewohnte Worte von Schauspielerin Nora Tschirner, die üblicherweise auf der Leinwand oder im TV mit ihrer direkten, toughen und frech-lustigen Art überzeugt. Im Gespräch mit Moderator Matze Hielscher (40) ließ sie diese Fassade jetzt allerdings fallen und stimmte düstere Töne an. "Ich konnte im Selbstversuch mitbekommen, was depressive Verstimmungen sind, teilweise bis hin zu einem Klinikaufenthalt im Laufe der Jahre", erklärte sie in der neuen Folge des Podcastes "Hotel Quarantäne". 

Vor allem in der heutigen Gesellschaft sei das Thema Therapie noch immer nicht fest angekommen und käme, wie Nora verrät, für viele "einem sozialen Selbstmord gleich". Umso mutiger, dass sich der Film-Star diesem Kampf gestellt hat - auch wenn das für sie eine große Hürde gewesen ist: "Ich weiß noch, ich hatte die Angst, ich würde mich auflösen. Ich hatte so Angst davor, dass ich dachte: Wenn ich da hingucke, in den Abgrund, verliere ich den Halt, dass ich mich dematerialisiere. Ich hatte ein Gefühl von: Ich löse mich in eine Trilliarde Einzelteile auf oder Puzzleteile, die niemand wieder zusammensetzen kann."

Eine Therapie sei nämlich genau der Blick in diesen dunklen Abgrund, den jeder in sich trage: "Das eigene Ich, die eigenen Ängste und unbearbeitete Emotionen." Nur der Blick in dieses Fass könne die Probleme und dunklen Gefühle lösen.