Experten warnen

Nur EIN Fruchtsaft am Tag kann das Krebsrisiko erhöhen

© iStockphoto

11. Juli 2019 - 18:30 Uhr

Nicht so gesund wie man denkt: Fruchtsäfte sind voller Zucker

Ein frisch gepresster Orangen- oder Apfelsaft gilt als leckerer und vor allem gesunder Durstlöscher. Doch der Schein trügt: So gesund sind Fruchtsäfte leider nicht. Wie eine Studie nun ergab, reicht ein Glas Saft am Tag, um das Risiko für eine Krebserkrankung um zwölf Prozent zu erhöhen. Bei der Erhebung französischer Forscher wurde die Gesundheit von mehr als 100.000 Probanden über fünf Jahre getrackt und ausgewertet.

Natürlich ist nicht gleich gesund

Die Experten der Sorbonne Universität und der französischen Gesundheitsbehörde warnen davor, dass Menschen dazu verleitet werden, zu denken, dass Fruchtsäfte besonders gesund sind. Doch neben vielen Vitaminen enthalten sie große Mengen an Zucker, die mit Vorsicht zu genießen sind: Im Durchschnitt circa 10 Gramm pro 100 Milliliter Saft. Gleiches gilt auch für die beliebten Smoothies oder Quetschies für Kinder.

Professor Nikolai Petrovsky verrät der britischen "Daily Mail": "Die Bevölkerung wird getäuscht, weil sie denkt, dass 'natürlich' automatisch mit 'gesund' gleichzusetzen ist [...] Natürliche Fruchtsäfte können genauso schlecht - wenn nicht sogar schlechter - sein, als kohlensäurehaltige Limonaden, da sie in vielen Fällen einen noch höheren Gesamtzuckergehalt aufweisen."

Nicht nur Übergewichtige sind gefährdet

Wie die Forscher entdeckt haben, reichen 100 Milliliter Fruchtsaft - egal ob frisch gepresst oder aus der Flasche - um die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken um zwölf Prozent zu erhöhen. Bei gesüßten Getränken wie Limonade oder Tee sind es sogar 19 Prozent.

Übergewicht ist eine bekannte Ursache für verschiedene Krebsarten, aber die neue Studie zeigt, dass auch Menschen mit einem Normalgewicht einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, wenn sie regelmäßig zuckerhaltige Getränke trinken. Grund dafür: Der Zucker sorgt dafür, dass sich Fett am Unterbauch und dadurch um lebenswichtige Organe wie der Leber ansammelt, was zum Wachstum von Tumoren führen kann.

Ca. 2.200 Studienteilnehmer an Krebs erkrankt

Dr. Graham Wheeler, leitender Statistiker am University College in London, begrüßte die Studie, betonte aber, dass nur sehr wenige Menschen Krebs bekommen würden, wenn sie süße Produkte trinken. "Die Teilnehmer der Studie wurden im Durchschnitt etwa fünf Jahre lang verfolgt und 22 Teilnehmer pro 1.000 entwickelten eine Form von Krebs", sagte er.