Studie aus Spanien stellt gewagte These auf

Haben Hundebesitzer höheres Risiko an Corona zu erkranken?

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19. November 2020 - 9:13 Uhr

Spaziergänge mit dem Hund könnten Risiko sein

Dass Katzen sich mit dem Coronavirus infizieren können, ist bereits seit längerem bekannt. Bislang ging man aber nicht davon aus, dass die Tiere ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen. Eine Studie aus Spanien hat das nun untersucht und behauptet das Gegenteil: Wer mit seinem Hund spazieren geht, erhöht das Risiko, an Corona zu erkranken um 78 Prozent.

Hunde sind viel draußen unterwegs

Spanische Forscher untersuchten, dass Spaziergänge mit dem Hund eine größere Wahrscheinlichkeit hervorrufen, dass sich Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Laut ihrer These fangen sich Hunde draußen das Virus ein, indem sie kontaminierte Oberflächen berühren. Streichelt der Besitzer später den Hund, könne das Virus so verbreitet werden. Die Wissenschaftler, die die Studie durchgeführt haben, behaupten daher, Hundebesitzer sollten während und nach dem Spaziergang im Freien besonders auf Hygiene achten.

Die Forscher befragten in Spanien 2.086 Personen, was sie während der Pandemie getan haben und ob sie sich mit dem Coronavirus infizierten. Dann verglichen die Wissenschaftler das Ergebnis, um herauszufinden, welche Aktivitäten am riskantesten waren. Sie kamen zu dem Entschluss: Das Leben mit einem Hund, mit dem Besitzer draußen spazieren gehen, erhöht das Risiko um 78 Prozent sich mit Corona anzustecken. "Die Ergebnisse unserer Forschung warnen vor einer erhöhten Ansteckung unter Hundebesitzern", sagt Professorin Cristina Sánchez González gegenüber der Zeitung dailymail. "Der Grund für diese höhere Prävalenz muss noch geklärt werden." Professorin Sánchez González sagt, es seien nicht genügend Informationen verfügbar, um feststellen zu können, ob Hunde das Virus wie Menschen verbreiten oder einfach als Oberfläche fungieren, von der Menschen das Virus aufnehmen könnten. Es könnte sogar möglich sein, dass sich das Virus in ihren Fäkalien verbreitet hat, fügte sie hinzu.

"Ich halte den Fall für wenig wahrscheinlich"

Aber können Hunde tatsächlich als Oberfläche fungieren um das Coronavirus zu übertragen? "Theoretisch ist das möglich, aber ich halte den Fall für wenig wahrscheinlich", sagt Virologe Martin Stürmer. "Es muss sich ja um eine Art Schmierinfektion handeln. Der Besitzer streichelt den Hund und führt sich dann die Hand direkt ins Gesicht." so Stürmer weiter. Er habe aber so eine Art der Ansteckung noch nie gehört. Grundsätzlich appelliert aber auch der Virologe, sich gründlich und regelmäßig die Hände zu waschen, damit die Viren erst gar keine Chance haben, irgendwo hängen zu bleiben.