Nebenwirkungen des Lockdowns heftiger als erwartet

Corona-Folgen: Zwei Drittel der Deutschen leiden

Die Pandemie hinterlässt ihre Spuren - auch ohne Infektion. (Symbolbild)
Die Pandemie hinterlässt ihre Spuren - auch ohne Infektion. (Symbolbild)
© dpa, Peter Steffen, pst jst fux rho uk axs

14. Juli 2021 - 10:01 Uhr

Umfrage zeigt psychische Belastung

Ob erkrankt oder nicht – Corona lässt Menschen leiden, junge Menschen und Familien sind besonders stark betroffen, das ergab aktuell eine bundesweite Studie der Asklepios Kliniken in Hamburg.

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6 Prozent fühlen sich stark betroffen

Nur ein Drittel der Befragten leide gering unter den Corona-Folgen, heißt es in einer Mitteilung zur Studie. 41 Prozent geben an "mittelmäßig" und 6 Prozent sogar "stark" belastet zu sein. Die repräsentative Online-Befragung zeige auch, dass sogar 4 von 5 jungen Menschen unter den Folgen der Pandemie leide. Ähnlich ist es bei Familien mit Kindern. Hier fühlten sich 37 Prozent stark und 45 Prozent mittelmäßig betroffen.

Größtes Problem: fehlende soziale Kontakte

"Die Ergebnisse geben Anlass zur Besorgnis. Möglicherweise wurden die Nebenwirkungen der Lockdowns unterschätzt", sagt Prof. Dr. Christoph U. Herborn, von der Asklepios Kliniken Gruppe. Laut Studie sei für 42 Prozent der Betroffenen die größte Herausforderung fehlende soziale Kontakte und Einsamkeit. Danach folgt die Angabe: "keine Besuche bei (gefährdeten) Familienangehörigen" (32 Prozent), Angst vor Maskenpflicht und fehlende kulturelle Angebote (jeweils 30 Prozent).

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Viele lehnen Homeschooling ab

48 Prozent derjenigen, die im Homeoffice arbeiten und mindestens ein Kind im Homeschooling hatten, beschreiben die psychische Belastung als stark. Die Befragten sehen massive Nachteile im Homeschooling. Vier von fünf geben an, dass nicht ausreichend Geräte wie Laptops oder Tablets zur Verfügung standen, und die gleiche Zahl sieht die Beziehung zwischen Eltern und Kindern stark belastet, weil sich die Eltern stark um die schulischen Angelegenheit zu kümmern hatten und damit überfordert waren. Knapp drei von vier Befragten gehen davon aus, dass die Kinder den verpassten Lernstoff nicht wieder aufholen können.

Für die Studie wurden 2000 Bundesbürger*innen vom Institut Toluna im Auftrag der Asklepios Kliniken mit Hauptsitz in Hamburg befragt. (nid)

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