In manchen steckt zu viel Zucker & Fett

Stiftung Warentest: Das sind die besten Kinderdesserts

Stiftung Warentest hat 25 Kinderdesserts geprüft
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28. September 2020 - 11:30 Uhr

Nicht alle Kinderdesserts begeistern die Lebensmitteltester

Für viele von uns ist ein süßes Dessert der krönende Abschluss eines Essens – unseren Kids geht es da nicht anders. Viele Eltern belohnen ihre Kinder, wenn sie gut gegessen haben und glauben, dass sie ihnen was Gutes tun, wenn sie ihnen statt eines Schokoriegels ein Joghurt-, Quark- oder Frischkäsedessert servieren. Schließlich enthalten sie Milch und damit Calcium. Doch bei den Prüfern von Stiftung Warentest hält sich die Begeisterung bei einigen Kindernachtischen in Grenzen – wegen des oft hohen Fett- und Zuckergehalts. Ein Produkt fiel sogar komplett durch.

Kunterbunte Kinderdesserts verlocken die Kleinen zum Schlecken

Stiftung Warentest hat Kinderdesserts geprüft
Sehen verführerisch aus: die vielen bunten Kinderdesserts
© Deyan Georgiev (Deyan Georgiev (Photographer) - [None], Deyan Georgiev

Sie stehen im Kühlregal neben den gesunden Milchprodukten und sehen einfach niedlicher aus: kunterbunt verpackte und kindgerecht portionierte Kinderdesserts auf Milch- oder Obstbasis. Und natürlich greifen Eltern oft lieber zu diesen Produkten als zu einem weiß-blauen Joghurtbecher in Familiengröße. Schließlich isst das Auge auch bei Kindern mit, besonders wenn uns beliebte Trickfilmhelden von der Becherwand oder von der Abziehfolie anspringen. Und die Verpackungsversprechen klingen oft für die Eltern auch gesund. Doch die Warentester haben genauer hingesehen.

25 Kinderdesserts auf dem Prüfstand - nicht alle überzeugen

Milchspeisen mögen die meisten Kinder - und es muss gar nicht so süß sein
Milchspeisen mögen die meisten Kinder - und es muss gar nicht so süß sein
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Für Heft 10/2020 wurden 25 Kinderdesserts auf Geschmack sowie Schadstoffe, Deklaration der Inhaltstoffe und Zucker- und Fettanteil sowie Kalorien getestet – die meisten auf Basis von Joghurt, Frischkäse oder Quark, dazu einige Puddings, eine Götterspeise und einige Desserts mit Topping. Und genau eins der Produkte mit Topping konnte das Prüfteam so gar nicht überzeugen: der "Monte Angry Birds" mit Schoko, Haselnüssen und Butterkeksen von Zott.

Das Urteil von Stiftung Warentest: Note "Mangelhaft" – mehr als fünf Mal so viel Zucker und Kalorien wie die "Fruchtzwerge weniger süß" (Note: 2,1), mehr als 14 Mal so viel Fett.

Vier weitere Desserts kassieren ein "Ausreichend", weil sie ebenfalls ernährungsphysiologisch nicht überzeugen. Mit ihrem Zuckergehalt stufen die Tester sie eher als Süßigkeit denn als Nachtisch ein.

Die Hälfte der Desserts ist durchaus empfehlenswert

Ein gesundes Dessert: ungesüßter Naturjoghurt mit frischen Früchten
Ein gesundes Dessert: ungesüßter Naturjoghurt mit frischen Früchten
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Zwölf Desserts jedoch, also etwa die Hälfte, schneiden gut ab, acht weitere bekommen ein "Befriedigend". Diese Produkte empfehlen die Tester guten Gewissens als Nachtisch oder Snack, nicht jedoch als Hauptmahlzeit. Denn auch sie sind keineswegs zuckerfrei. Aber, und das ist die gute Nachricht: Die Hersteller haben Zucker, Fett und Kalorien deutlich reduziert, wenn man zum Beispiel mit einem Test aus dem Jahr 2000 vergleicht.

Die beiden besten Kinderdesserts, jeweils bewertet mit "Gut" (1,9):

  • "Desira Fruchtjuniors Erdbeere, Himbeere" (Aldi Süd)
  • "Fruchtzwerge Die Eiskönigin bio"

Die kompletten Ergebnisse des Tests und einen Rechner, mit dem Sie die Ernährungswerte Ihres Lieblingsdesserts überprüfen können, finden Sie auf der Website von Stiftung Warentest.

Empfehlungen für gesunde Kinderdesserts

Am besten sollten Eltern aber süße Snacks nur ab und zu anbieten, denn 15 Prozent der Kinder in Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut übergewichtig. Wenn Nachtisch und Snacks regelmäßig zu üppig ausfallen, bleibt wenig Spielraum für gesunde Hauptmahlzeiten oder Obst. Die Folge: Die Kinder haben am Tisch einfach keinen Hunger mehr, und wenn bevorzugen sie Gesüßtes.

Gerade für jüngere Kinder, die gerade erst Nahrungsmittel kennenlernen, gilt aber: Je früher sie sehr süße Lebensmittel probieren, desto eher wird ihr Geschmackssinn auf Süßes konditioniert. Und das bekommt man im Kindesalter kaum wieder weg.

Die gesündere Alternative: frische Früchte oder eine selbst zubereitete Milchspeise mit weniger Zucker, zum Beispiel Quark mit ungesüßtem Apfelmark und Mandeln. So lernen die Kids wenigstens den Original-Geschmack von Obst kennen.