Bedarf lässt sich über die Ernährung decken

Omega-3-Kapseln sind laut Stiftung Warentest überflüssig

Laut Stiftung Warentest sind Omega-3-Kapseln als Nahrungsergänzung überflüssig.
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26. Mai 2020 - 17:27 Uhr

Stiftung Warentest hat Omega-3-Kapseln geprüft

Während die einen Nahrungsergänzungsmittel für nutzlos oder gar gefährlich halten, sind sie für die anderen unverzichtbar für ein gesundes Leben. Das gilt auch für Omega-3-Kapseln. Stiftung Warentest hat 20 Nahrungsergänzungsmittel und drei Medikamente mit Fisch-, Algen- oder Leinöl geprüft - und kommt zu dem Schluss, dass solche Kapseln überflüssig sind. Im Einzelnen benotet wurden die Produkte deshalb nicht.

Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Gesundheit

Dass Omega-3-Fettsäuren wichtig für das Herz-Kreislauf-System des Menschen sind, ist relativ unbestritten. Viele versprechen sich von der Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungskapseln deshalb einen gesundheitlichen Nutzen und einen wirkungsvollen Schutz etwa gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Stiftung Warentest hat 20 Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fett­säuren zu Preisen pro empfohlener Tagesdosis ­zwischen 5 und 90 Cent überprüft. Die Qualität und Menge der Fettsäuren entspricht bei allen getesteten Produkten den Angaben auf der jeweiligen Verpackung. Außerdem ist kein Mittel im Test mit Schwermetallen oder Pestiziden belastet.

Medizinische Studien zum Nutzen von Omega-3-Kapseln ausgewertet

Die Antwort auf die Frage nach dem gesundheitlichen Nutzen der Omega-3-Kapseln fällt für Warentest hingegen ernüchternd aus. Dazu wurden medizinische Studien nach dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand sowie Unterlagen der Anbieter ausgewertet.

Die Gutachter berücksichtigten dabei auch Veröffentlichungen von Fachgesellschaften, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa, der europäischen Arzneimittelagentur Ema und von nationalen Behörden, zudem Rechtsvorschriften.

Das vollständige Ergebnis von Stiftung Warentest finden Sie hier.

Nutzen der Produkte nicht ausreichend belegt

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Laut Stiftung Warentest lässt sich der Omega-3-Bedarf einfach über die Ernährung decken.
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Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die geprüften Nahrungsergänzungsmittel zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen überflüssig sind, denn der Nutzen der Produkte ist nicht ausreichend belegt. Das gilt für Gesunde wie für Risikopatienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten. Auch für andere Einsatzgebiete wie der Vorbeugung von Demenz oder altersbedingten Augenkrankheiten fanden die Gutachter keine ausreichenden Belege. Infolgedessen wurden die Produkte auch nicht im Einzelnen bewertet.

"Einen Grund, solche Mittel zu nehmen, gibt es nicht", urteilt die Stiftung Warentest deshalb. Vielmehr sollten Menschen auf eine gesunde Kost achten, denn Omega-3-Fett­säuren aus der Nahrung seien sehr wohl wert­voll. Sie stecken unter anderem in:

  • fettem Seefisch wie Lachs
  • Walnüssen
  • Leinöl oder Rapsöl

Solche Lebensmittel (und die gleichzeitige Reduzierung ungesunder Fette aus Knabberzeug und Süßigkeiten), ­kombiniert mit frischem Obst und Gemüse, schützen demnach ausreichend das Herz und den Kreis­lauf. Laut Stiftung Warentest deckt es den Omega-3-Bedarf bereits, wenn man ein- bis zweimal die Woche Fisch oder vier bis fünf Walnüsse pro Tag zu sich nimmt.