Für infizierte Hunde gibt es meist keine Hilfe - und sie leiden schrecklich

Staupe-Alarm in NRW: Nur eine Impfung schützt Ihren Hund vor dem Virus

Hunde sollten unbedingt vor Staupe-Virus geimpft werden.
© Ondrej Hrciak

07. Januar 2020 - 12:19 Uhr

Tödlicher Staupe-Virus breitet sich aus

In Leverkusen ist mindestens ein Fuchs mit dem Staupe-Virus entdeckt worden. Experten gehen aber von sehr viel mehr betroffenen Tieren aus. Die Stadt warnt Hundebesitzer und rät dringend zu Impfungen. Denn nicht nur für Füchse, sondern auch für infizierte Hunde verläuft die Krankheit häufig tödlich. 

Wir sagen Ihnen, woran Sie eine Staupe-Infektion erkennen können und wie Sie Ihren Hund vor dem tödlichen Virus schützen können.

Symptome ähneln einer Tollwuterkrankung

Hundebesitzer sollten auf der Hut sein: In Leverkusen ist bei einem Fuchs Staupe festgestellt worden. Bei weiteren Füchsen besteht aufgrund der Krankheitsanzeichen dringender Verdacht auf eine Infektion mit dem Staupe-Virus.

Da Füchse nachts häufig über zehn Kilometer zurücklegen – und den Virus damit weit über die Stadtgrenzen hinaustragen können, hält das Veterinäramt eine Ausbreitung bis nach Köln und ins Bergische Land für möglich. Im "Kölner Stadtanzeiger" spricht der Amtstierarzt Dr. Kurt Molitor von einer "explosionsartigen Ausbreitung" und befürchtet eine Halbierung des Fuchsbestandes in Leverkusen.

Die Symptome der Tierseuche ähneln einer Tollwuterkrankung. Die Tiere haben Lähmungserscheinungen oder Krämpfe und oftmals eine Lähmung der Hinterbeine. Die Füchse verlieren jede Scheu vor Menschen. Außerdem können betroffene Tiere Schwierigkeiten bei der Atmung zeigen. Den infizierten Füchsen ist nicht mehr zu helfen. Sie werden erlegt oder eingeschläfert - um keine weiteren Tiere anzustecken und nicht weiter leiden zu müssen.

Staupe-Infektion ist für Hund oft tödlich

Aber nicht nur für Füchse, sondern auch für infizierte Hunde ist die Krankheit meist tödlich. "Wenn sich ein ungeschützter Hund infiziert hat, gibt es keine wirksamen Behandlungsmethoden", schreibt das Veterinäramt des Kreises Mettmann in einer Mitteilung. Besonders schnell droht jungen Hunden mit schwachem Immunsystem eine Erkrankung.

Wie können sich Hunde mit dem Staupe-Virus infizieren?

Das Virus wird durch Urin, Kot, Speichel sowie Augen- und Nasensekret übertragen. Schon über den Kontakt mit infizierten Exkrementen können sich Hunde anstecken. Das heißt, selbst ein harmloser Waldspaziergang mit dem Hunde-typischen "Schnüffeln" kann für den Vierbeiner tödlich enden. Ein weiteres Problem: Die tödliche Infektion wird erst nach drei bis sieben Tagen sichtbar. Bis dahin könnte das Virus längst weitere Tiere erwischt haben.

Für Katzen ist das Virus ungefährlich, auch auf den Menschen hat es keine bekannten negativen Auswirkungen. Deshalb ist Staupe auch nicht meldepflichtig. Doch bei Hunden, die nicht geimpft sind, wirken die Behandlungsmethoden nicht. Und die Folgen einer Staupe-Infektion sind grausam für den Hund.

Wie äußert sich die Staupe?

Hat sich ein Hund mit dem Staupe-Virus infiziert, verbreitet sich dieses über seinen ganzen Körper und kann in Gewebe wie Milz, Knochenmark und Lymphknoten nachgewiesen werden. Je nachdem, wo sich die Staupe manifestiert, zeigen sich verschiedene Krankheitszeichen. Die Symptome der Staupe beim Hund treten gemeinsam, einzeln oder nacheinander auf. Ein genauer Verlauf lässt sich nicht voraussagen.

Die Hunde leiden unter hohem Fieber und Abgeschlagenheit. Je nachdem welche Organe betroffen sind, können unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Magen-Darm-Trakt:
    Erbrechen, Fressunlust, Durchfall
  • Atemwege: 
    Eitriger Nasenausfluss, Husten, Atemnot
  • Gehirn und Nerven: 
    Epileptische Anfälle, Lähmungen
  • Haut: 
    Verhornung von Nase und Zehenballen (Hard Pad Disease)

Was hilft: Staupe-Impfung ist Pflicht!

Wer seinen Hund vor der gefährlichen Seuche schützen will, muss eigentlich nur eins beachten: Er muss sein Tier gegen Staupe impfen lassen.

Und zwar so früh wie möglich - spätestens im Alter von acht Lebenswochen, empfiehlt der Tierärzteverband. Die Impfung muss im Rahmen der Grundimmunisierung noch einmal vier Wochen später wiederholt werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt für eine vollständige Grundimmunisierung und damit für einen zuverlässigen Schutz des Tieres weitere Impfungen im Alter von zwölf und 16 Lebenswochen sowie ein weiteres Jahr später. Um einen dauerhaften Infektionsschutz zu gewährleisten, muss die Impfung gegen die Staupe regelmäßig alle drei Jahre aufgefrischt werden.

Die Staupe-Impfung ist für Hunde eine Standardimpfung. Werden sie regelmäßig geimpft, sind sie nicht nur geschützt - die Impfung trägt auch dazu bei, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Das Virus galt jahrelang als ausgerottet.

Dass mittlerweile wieder Fälle in Deutschland auftreten, hat mehrere Gründe: Zum einen werden infizierte Tiere aus dem Ausland eingeführt, zum anderen werden viele Tierhalter impfmüde.

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