Es gibt zwei gängige Techniken

So funktioniert eine Haartransplantation

Ein Patient wird für eine Haartransplantation vorbereitet.
© iStockphoto, Istockphoto

11. Februar 2020 - 10:46 Uhr

Transplantation nur mit Eigenhaar möglich

Von wegen uneitel: Wenn das Haupthaar schwindet und die ersten Geheimratsecken sichtbar werden, entscheiden sich immer mehr Männer für eine Haartransplantation. Die meisten lassen die Haarverpflanzung im Alter zwischen 30 und 49 Jahren durchführen. Obwohl der Eingriff aufwendig und nicht ganz günstig ist, kann sich die Behandlung lohnen. Denn die verpflanzten Haare bleiben meist bis zum Lebensende erhalten. Wir erklären, wie genau eine Haartransplantation abläuft.

So funktioniert die Haartransplantation

Die operative Behandlung von Haarausfall erfolgt in der Regel durch eine Eigenhaartransplantation. Dabei werden vorhandene Haare samt Wurzel entnommen und verpflanzt. Bei der Entnahme der Haarwurzeln gibt es zwei gängige Techniken.

Bei der Streifenentnahme, der sogenannten STRIP-Technik, wird ein längliches Hautstück vom Hinterkopf rasiert. Die meisten Menschen verfügen am Hinterkopf über eine ausreichende Behaarung. Auf dem Hautstreifen befinden sich nicht nur die Haare, sondern auch Talgdrüsen, Muskeln und Erbinformationen. Nach der Streifenentnahme wird die Haut wieder vernäht. Die Narbe ist nicht zu sehen, sobald ein wenig Haar darüber gewachsen ist. Die STRIP-Technik ist die am häufigsten durchgeführte Methode.

Neben der STRIP-Technik gibt es auch die FUE-Technik. Dabei werden einzelne Haarwurzelgruppen entnommen und verpflanzt. Mit einer Hohlnadel werden Mini-Hautstellen mit intakten Haarwurzeln herausgestochen. Vorteil: Die bei der Entnahme entstandenen Wunden müssen nicht vernäht werden, es bilden sich kaum sichtbare Narben. Insgesamt können aber weniger Haare versetzt werden als mit der STRIP-Methode. Die FUE-Methode (FUE steht für Follicular Unit Extraction) ist außerdem zeitaufwändiger und damit auch teurer.

Nach der Haarverpflanzung: Das Ergebnis lässt sich sehen

Eine erfolgreiche Haartransplantation ist derzeit nur mit Eigenhaar möglich. Haare können weder künstlich gezüchtet werden, noch ist es risikolos möglich, fremdes Haar zu verpflanzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das fremde Haar vom eigenen Körper abgestoßen wird, ist sehr groß.

Die entnommenen Haarwurzeln werden so verpflanzt, dass der Patient ein natürliches Ergebnis erhält. Die Haarwurzeln benötigen an der neuen Stelle eine gute Nährstoffzufuhr und eine ausreichende Durchblutung. Ist das alles gewährleistet, bilden die implantierten Haarwurzeln innerhalb von drei bis vier Monaten neues und kräftiges Haar. Nach neun bis zwölf Monaten ist das neue Haar zu sehen.

Wie jeder chirurgische Eingriff ist auch die Haartransplantation nicht frei von Risiken. In wenigen Fällen kann es zu Entzündungen kommen oder das Eigenhaar wird vom Körper abgestoßen. Verpflanzt der Arzt die Haarwurzeln nicht richtig, kann es zu einer unnatürlichen Wuchsrichtung kommen, was nicht schön aussieht.

Die Haartransplantation ist eine aufwändige Operation, die rund vier bis sechs Stunden dauert. Die komplette Operation kostet je nach Aufwand ab 3.000 Euro aufwärts.