Bio-Siegel und ihre Bedeutung

So erkennen Sie, ob ein Produkt wirklich ökologisch ist

16. September 2019 - 9:58 Uhr

Alle wollen Bio

Ob Eier, Milch, Obst oder Fleisch - Bioprodukte sind längst Mainstream geworden. 2017 wurden in Deutschland über zehn Milliarden Euro mit ökologisch erzeugten Produkten umgesetzt, erklärte der 'Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft' (BÖLW). Aber woran erkennt man, dass ein Produkt wirklich Bio oder fair gehandelt ist?

Bei dem Dickicht aus Bio- oder Fairtrade-Siegeln, die es in Deutschland gibt, verliert man schnell den Überblick. Um zu wissen, ob ein Produkt wirklich gut für die Umwelt ist, muss man wissen, was die einzelnen Siegel bedeuten. Diesen Labels können Sie beim Einkaufen vertrauen:

Das EU-Bio-Logo

EU-Bio-Logo
Für das EU-Bio-Logo müssen Betriebe die EU-Vorschriften zum ökologischen Landbau einhalten.
© dpa

Nur Betriebe oder Unternehmen, die die EU-Vorschriften zum ökologischen Landbau erfüllen, dürfen sich mit diesem Siegel auszeichnen. Sie müssen sich von einer Kontrollstelle zertifizieren lassen. Nur Produkte, deren Inhaltsstoffe mindestens zu 95 Prozent aus ökologischem Anbau stammen, dürfen das Siegel tragen. Verbraucherschützer kritisieren aber, die Qualitätskriterien seien nicht streng genug. Beispielsweise wird auch genverändertes Material in kleinen Mengen toleriert.

Das Bio-Siegel

Bio-Siegel
Das Bio-Siegel kann zusätzlich zum EU-Bio-Logo verliehen werden.
© dpa, David Ebener

Das sechseckige Logo kann zusätzlich zum EU-Bio-Logo verwendet werden. Jedes Produkt, das dieses Siegel tragen soll, muss vorher bei der 'Informationsstelle Bio-Siegel' angemeldet werden und die gesetzlichen Mindeststandards in Deutschland erfüllen. Auch dieses Zeichen ist Verbraucherschützern nicht streng genug. Beim Bio-Siegel dürfen 45 der 350 zugelassenen Zusatzstoffe verwendet werden und Gentechnik ist zu 0,9 Prozent erlaubt. Bei Bio-Fleisch haben die Tiere oft auch Futter erhalten, das nicht Bio ist.

Das Bioland-Siegel

Bioland-Siegel
Die Richtlinien für das Bioland-Siegel sind noch strenger als die für das gewöhnliche Bio-Siegel.
© Bioland

Die Richtlinien für das Bioland-Siegel gehen deutlich über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus. Hersteller, die ihre Produkte mit diesem Siegel auszeichnen möchten, müssen komplett auf gentechnisch veränderte Produkte verzichten. "Wer sich für Bioland entscheidet, sagt gleichzeitig nein zu Gentechnik, Massentierhaltung, chemisch-synthetischen Düngern und Pestiziden", verspricht der Verein auf seiner Homepage.

Das Naturland-Siegel

Naturland-Siegel
Betriebe, die das Naturland-Siegel haben wollen, müssen komplett auf ökologische Landwirtschaft umsteigen.

Naturland-Betriebe müssen sich komplett auf ökologische Landwirtschaft umstellen. Außerdem müssen sie jede Menge Standards erfüllen, die beim Bio-Siegel nicht vorgesehen sind. Mindestens die Hälfte des Tierfutters muss vom eigenen Hof stammen. Außerdem müssen Mitglieder des Verbandes auch bei der Waldnutzung und bei Aquakulturen ökologisch arbeiten. Außerdem wird darauf geachtet, dass Mitarbeiter nur unter fairen und sozialen Arbeitsbedingungen beschäftigt werden.

Das Demeter-Siegel

Demeter-Siegel
Auch die Demeter-Standards sind höher als für das Bio-Siegel.

Auch die Demeter-Standards sind höher als die für das gewöhnliche Bio-Siegel. Betriebe müssen 100 Prozent Biofutter verwenden, die Hälfte davon müssen die Bauern sogar selbst produzieren. Demeter-Landwirte verzichten auf das schmerzhafte Enthornen bei Kühen, Gentechnik und die meisten Zusatzstoffe sind ebenfalls verboten. Nitritpökelsalz, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen, ist auch nicht erlaubt. Die Erzeuger müssen außerdem drei Jahre lang einen Einführungskurs besuchen, bevor sie das Siegel verwenden dürfen.

Das Biokreis-Siegel

Biokreis-Siegel
Der Biokreis-Verband legt großen Wert auf regionale Produkte.

Auch für das Biokreis-Siegel muss der gesamte Betrieb ökologisch bewirtschaftet werden. Der Verband legt großen Wert auf regionale Produkte. Die Tiere werden überwiegend mit hofeigenem Futter gefüttert, das aus ebenfalls ökologisch erzeugt sein muss. Die Transportzeit zum Schlachthof ist begrenzt. Chemisch-synthetisch behandeltes Saatgut ist verboten.

Das Gäa-e.V.-Siegel

Gäa-e.V.-Siegel
Die Richtlinien für das Gäa-Siegel gehören zu den strengsten überhaupt.

Auch der Gäa e.V. vergibt ein Öko-Siegel. Die Richtlinien des Anbauverbandes gehören zu den strengsten in Deutschland. Auch für Gäa-Betriebe, die sich komplett auf öko-Landwirtschaft umstellen müssen, ist Gentechnik verboten. Außerdem sind viele Düngemitteln, verboten, die nach EU-Standard zugelassen sind. Rinder dürfen nicht angebunden gehalten werden und die Ställe dürfen nicht mit behandeltem Stroh ausgestreut werden.