Erinnerungslücke, Glück und Koma

Daniel-André Tande spricht über seinen Horrorsturz

Ein Moment, an den man sich besser nicht mehr erinnert.
Ein Moment, an den man sich besser nicht mehr erinnert.
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02. Juni 2021 - 14:26 Uhr

Größeres Trauma für seine Mannschaftskollegen?

Vielleicht ist es auch besser so? Der norwegische Skispringer Daniel-André Tande hat an seinen schweren Sturz beim Skifliegen in Planica im März keine Erinnerung. Der Unfall sei wahrscheinlich ein größeres Trauma für seine Mannschaftskollegen gewesen als für ihn, weil er sich an nichts erinnern könne, sagte er in einem Interview mit dem Skiverband.

"Kann mir nicht vorstellen, dass es problematisch wird"

Tande hatte nach dem Sturz einen Schlüsselbeinbruch und eine punktierte Lunge davongetragen. Außerdem stellten die Ärzte vier innere Hirnblutungen fest. "Wären die größer gewesen, hätte ich als ein ganz anderer Mensch aufwachen können", sagte Tande. Der Norweger hatte im Krankenhaus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana mehrere Tage im Koma gelegen.

Trotzdem hält ihn der Vorfall nicht davon ab, auch in Zukunft von den Schanzen springen zu wollen. Der Skiverband hat ihn in den Kader für die nächste Saison aufgenommen. Tande hat bereits begonnen, wieder zu trainieren und hofft, seinen ersten Sprung im Juli machen zu können.

Angst davor habe er vorläufig nicht, so Tande. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es problematisch wird, wieder auf der Normalschanze und der Großschanze zu springen." Der erste Sprung beim Skifliegen sei aber immer mit Nervenkitzel verbunden, räumte er ein, besonders in Planica. "Eigentlich freue ich mich ein bisschen darauf." (tno/dpa)