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Skin Picking: Zwanghaftes Knibbeln an der Haut

Kratzen bis es blutet

Skin Picking: Zwanghaftes Knibbeln an der Haut

So überwinden Sie die Zwangsstörung

Sie kratzen sich, knibbeln an der Haut und drücken Pickel aus, bis sie bluten. Zurück bleiben immer neue Verletzungen und unschöne Narben. Bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland sind vom sogenannten Skin Picking betroffen.

Was ist Skin Picking?

Als Skin Picking oder Dermatillomanie bezeichnet man das krankhafte Knibbeln, Kratzen und Drücken an Hautunreinheiten oder Krusten. Es handelt sich dabei um eine zwanghafte und psychisch bedingte Krankheit, die in den meisten Fällen im Jugendalter auftritt. Grund dafür: Die Haut der Jugendlichen wird unreiner, Pickel oder sogar Akne treten auf. Demnach sind Gesicht, Schultern und Dekolleté die häufigsten Angriffsflächen. Aber auch das Knibbeln an Nagelhaut oder Lippen kann krankhafte Züge annehmen.

Ungefähr ein bis zwei Prozent der Deutschen sind von der Störung betroffen. 75 Prozent von ihnen sind Frauen. Für Betroffene ist Skin Picking eine Art emotionale Kontrolle und dient als Ventil für ihren seelischen Druck - sobald sie knibbeln, bauen sie Stress ab.

Psychotherapeutin Judith Dücomy, die sich auf die emotionale Störung spezialisiert hat, verrät: "Es gibt Ideen dazu, dass es etwas mit dem Schönheitsideal zu tun. Frauen versuchen hübsch auszusehen, tragen Make-up und werden damit groß, dass sie eine tolle Haut haben sollen."

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Offener Austausch im Netz

Viele Betroffene gehen mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit und suchen in den sozialen Netzwerken nach Gleichgesinnten. Ein offener Umgang und Austausch zum Krankheitsbild soll Aufmerksamkeit auf die weitgehend unbekannte Störung lenken. Diese Chance nutzt auch Youtuberin und Bloggerin Stephie aus Köln.

Was Betroffene gegen die Zwangsstörung tun können, das sehen Sie in unserem Video.