Darauf müssen Sie beim Verkauf achten

Sie wollen Ihr Auto verkaufen? Ein Verkaufsexperte von mobile.de hat hilfreiche Tipps!

Der private Autoverkauf ist oft mit Stress verbunden. Ein Verkaufsexperten verrät hilfreiche Tipps.
Der private Autoverkauf ist oft mit Stress verbunden. Ein Verkaufsexperten verrät hilfreiche Tipps.
© picture alliance / dpa Themendienst, Silvia Marks

07. Mai 2021 - 12:06 Uhr

Privater Autoverkauf: So erzielen Sie einen besseren Preis

Einen Wagen selbst zu verkaufen, führt zu Stress, aber zu einem besseren Preis. Verkaufsexperte Pierre Du Bois von mobile.de verrät, worauf Verkäufer achten müssen.

Verkaufsexperte Pierre Du Bois von mobile.de erklärt, was Sie beachten müssen

Sein eigenes Auto zu verkaufen, vor dieser Aufgabe schrecken viele zurück. Im Prinzip kann man, übernimmt man den Verkauf selbst, bessere Preise erzielen. Ein Händler, der einen Gebrauchten kauft, muss ihn durchsehen, zumindest optisch aufarbeiten lassen und dann will er auch noch einen Gewinn machen, wenn der Wagen wieder verkauft wird. Einen besseren Preis können Sie erzielen, wenn Sie den Wagen selbst auf entsprechenden Internetplattformen verkaufen. Wir haben mit Pierre Du Bois von mobile.de gesprochen, woran man beim Verkauf denken muss.

Tipp 1: Fahrzeug auf Vordermann bringen

"Eine gute Vor- und Aufbereitung ist alles: Wer noch ein bisschen Zeit und Geld in sein altes Auto investiert, erhöht die Verkaufschancen erheblich." Natürlich müssen Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Liegt der Wagen in der Preisklasse von über 10.000 Euro, sind die Erwartungen der Käufer höher als bei einem Preis um 2000 Euro.

Waschstraße, Entrümpelung und Innenraumreinigung sind ein Muss. "Bei Beulen, Kratzern und anderen Schäden helfen im Zweifel eine Politur oder – wenn die Schäden etwas größer sind – Grundierung, Lackstift und Klarlack", sagt der Experte. Nach dem Saugen wirken Autoshampoo, Allzweckreiniger, Essig und Wasser Wunder gegen Flecken und etwaige Rückstände. Denken Sie bei der Reinigung nicht nur an Sitze, Bodenteppich und Armaturenbrett, sondern zum Beispiel auch an den Dachhimmel.

Wenn es kein Low-Budget-Auto ist, lohnt es sich für den Laien, den Wagen innen und außen von Profis aufarbeiten zu lassen. Entsprechende Firmen finden Sie in der Nähe jeder Automeile.

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Tipp 2: Haben Sie eine realistische Preisvorstellung

Eine der schwierigsten Fragen beim Verkauf ist: Wie viel ist mein Auto wert? Die naheliegendste Idee ist es, erst mal hoch einzusteigen und eventuell den Preis zu reduzieren. Das ist nicht zu empfehlen. Mit unrealistischen Preisvorstellungen verprellen Sie Interessenten und der Wagen wird länger stehen. Denken Sie auch daran: Fehlgeschlagene Besichtigungen kosten Ihre Zeit und zehren an den Nerven.

Maßgeblich für die Preisbewertung sind Faktoren wie Fahrzeugzustand, Kilometerstand oder die Ausstattung. Aber auch die richtige Saison kann eine Rolle spielen – im Frühjahr (März bis Mai) werden besonders viele Gebrauchtfahrzeuge angeboten. Wer jetzt kein Cabrio feilzubieten hat, sollte mit dem Verkauf ggf. etwas warten. Andersherum kann es sich lohnen, mit dem Verkauf eines Campers oder Cabrios bis zum Saisonstart zu warten – dann ist die Lust bei den Käufern und damit die Nachfrage am größten.

"Vergleichen Sie vorab unbedingt die Preise auf dem Markt", rät Pierre Du Bois. "Je nach Modell kann die Auswahl größer oder kleiner sein. Plattformen wie wir bei mobile.de bieten oft eine Preisbewertung, die durch die Errechnung des durchschnittlichen Inseratspreises vergleichbarer Fahrzeuge (u. a. Modell, Laufleistung, Ausstattung) eine gute Marktorientierung bietet." Passen Sie aber auf, in diesen Preis fließen auch Händlerangebote ein, die eine Gewährleistung anbieten. Machen Sie sich ein realistisches Bild vom Zustand Ihres Fahrzeugs.

Tipp 3: Gute Fotos - lichten Sie ihr Auto richtig ab

"Inseratsfotos sind für den potenziellen Käufer im Netz der erste Eindruck – und für diesen gibt es, wie in anderen Lebensbereichen, in der Regel keine zweite Chance," sagt Du Bois. Von der Qualität her reichen Smartphone-Kameras vollkommen aus. Achten Sie aber auf gute Lichtverhältnisse und gutes Wetter. Auch die Umgebung ist wichtig. Die Location soll nicht ablenken, sie darf also nicht zu unruhig sein. Eine schöne Landschaft ist nicht notwendig, die Umgebung sollte aber auch nicht zu deprimierend sein.

Dazu muss es so hell sein, dass Sie im Innenraum ohne Blitz fotografieren können. Das Sonnenlicht darf aber auch nicht zu grell scheinen. "Mein Tipp: Shooten Sie im Freien bei freundlichem Wetter mit leicht bedecktem Himmel vor ruhigem Hintergrund. Dann wirkt das Auto am besten." Das Fahrzeug solle von allen Seiten zu sehen sein, auch die typischen Problemzonen. Denken Sie auch an Motor, Innenraum und Kofferraum. "Im Schnitt können Sie bis zu 15 Bilder veröffentlichen – nutzen Sie diese Möglichkeit."

Tipp 4: Geben Sie alle wichtigen Fahrzeugdaten an

"Neben Basisinfos wie Fahrzeugdaten sollten Sie individuelle Angaben ergänzen. Dazu gehören die Ausstattung, die Anzahl der Vorbesitzer oder die Wartungshistorie. Kann Ihr Auto mit besonderen Merkmalen überzeugen, erwähnen Sie diese. Fahrassistenz-Systeme und Smartphone-Schnittstellen wie Apple CarPlay und Android Auto sind bei Käufern sehr gefragt und können die Verkaufspreise erhöhen." Auch Klassiker wie Navigationssysteme, elektrische Sitzheizung oder Panoramadach müssen korrekt ausgefüllt werden. Machen Sie hier Fehler, fallen Sie bei detaillierten Suchanfragen durch das Raster. Sobald das Inserat live ist, müssen Sie erreichbar sein.

"Schnelle Reaktion gleich schneller Verkauf. Vergessen Sie daher nicht, je nach angegebener Kontaktform, regelmäßig Ihre Nachrichten zu checken oder Ihr Telefon im Auge zu behalten."

Tipp 5: Geben Sie keine persönliche Daten weiter

Inserate werden für Phishing-Attacken genutzt, verschicken Sie keine vertraulichen Daten per E-Mail und klicken Sie nicht auf unbekannte Links. Geben sie keine persönlichen Daten wie Kennzeichen oder Angaben zu Ihrer Versicherung preis. Treffen Sie sich mit unbekannten Interessenten, nur an sicheren Orten. Eine Probefahrt sollten Sie gemeinsam absolvieren. Bereiten Sie sich darauf vor, dass gehandelt wird. "Käufer sind selten direkt mit dem verlangten Preis einverstanden – nach der Probefahrt wird gern gefeilscht. Legen Sie eine Schmerzgrenze fest – und halten Sie sich an diese."

Tipp 6: Kaufvertrag - klare Fakten vermeiden Rechtsstreitigkeiten

"Lassen Sie sich genug Zeit für die Erstellung des Kaufvertrags. Klare Fakten vermeiden Rechtsstreitigkeiten." Alle wichtigen Daten rund um Auto, Käufer und Verkäufer sollten schriftlich fixiert werden. Dazu gehören die Kontaktdaten beider Parteien, Angaben zum Fahrzeugzustand oder die Zahl der Vorbesitzer. Im Kaufvertrag muss auch die Übergabe wichtiger Fahrzeugdokumente bestätigt werden. Automobilklubs und Portale wie mobile.de bieten Musterkaufverträge zum Download an. Fangen Sie nicht an, eigenhändig einen Vertrag zu entwerfen. "Zu guter Letzt: Gehen Sie sicher, dass der Käufer die Ummeldung des Fahrzeugs schriftlich zusichert."

Tipp 7: Zu viel Stress? Nutzen Sie Ankauf-Portale

Den Aufwand des Privatverkaufs sollte man nicht unterschätzen. Hinzu kommt eine "psychische Belastung". Privatpersonen sind es nicht gewohnt, dass Fremde ihr Auto schlecht machen, um den Preis zu drücken, oder das "superinteressierte" Käufer sich auf einmal nicht mehr melden.

"Wer nicht auf das eigene Verhandlungsgeschick vertraut oder bereit ist, einen Abschlag in Kauf zu nehmen, kann sein Auto auch stressfrei und schnell an einen Ankäufer veräußern." Aber auch hier benötigen Sie eine realistische Preiseinschätzung. Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen im Online-Formular ein Traumpreis genannt wird. Wenden Sie sich lieber an ein Portal mit einem realistischen Schätzpreis. Lassen Sie sich nicht vor Ort überrumpeln und massiv runterhandeln. Sie werden auf diesem Weg keinen Top-Preis erzielen, sparen aber Zeit und Nerven. Wenn es gut läuft, nehmen Sie an einem Tag den Kontakt auf und am nächsten Tag geben Sie den Wagen ab und bekommen das Geld.

Hinweis: Dieser Artikel von Gernot Kramper erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de.

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