Po in Nahaufnahme und Zeitlupe gezeigt

Sexismus-Skandal erschüttert Kletter-Szene

Johanna Färber
Johanna Färber
© Imago Sportfotodienst

20. September 2021 - 15:21 Uhr

Mensch "zum Objekt" gemacht

Johanna Färber tritt bei den Kletter-Weltmeisterschaften in Russland an. Dabei wird die 23-Jährige Opfer von voyeuristischen TV-Bildern. In einem Zusammenschnitt ist ihr Po in Nahaufnahme und Zeitlupe zu sehen. Der Verband reagiert nun mit einer Entschuldigung.

Im Netz hagelt es Kritik

Nach Protesten in den Sozialen Netzwerken hat sich der Weltverband der Sportkletterer (IFSC) für voyeuristische TV-Bilder der österreichischen Meisterin Johanna Färber entschuldigt. Die IFSC verurteile, dass der "menschliche Körper zum Objekt gemacht werde", außerdem versicherte der Verband, "weitere Schritte zu unternehmen, dass dies aufhört und die Athleten geschützt werden".

Im Rahmen der noch bis Dienstag laufenden WM in Moskau war während eines Zwischenschnitts im Boulder-Halbfinale das Gesäß von Färber in Großaufnahme und Zeitlupe gezeigt worden.

Zu erkennen waren dabei auf ihrer schwarzen Hose weiße Handabdrücke, die offensichtlich vom verwendeten Magnesium stammten. In Sozialen Netzwerken formierte sich daraufhin ein Sturm der Entrüstung.

"Wie oft müssen Dinge noch falsch gemacht werden, ehe wir lernen, was richtig ist", sagte IFSC-Präsident Marco Maria Scolaris nach einem Treffen mit Österreichs Delegation.

Der Verband teilte mit, er wolle sich "zutiefst bei Johanna Färber, dem österreichischen Kletterverband und der gesamten Sportklettergemeinschaft für die Bilder entschuldigen, die während des Boulder-Halbfinales ausgestrahlt wurden."

Schon der zweite Skandal in diesem Sommer

Es war nicht der erste derartige Zwischenfall. In diesem Sommer hatten Kameras beim Weltcup im österreichischen Innsbruck schon einmal den Po der Sportlerin sekundenlang gefilmt.

Färber beschwerte sich bei Instagram."Ich wurde in sehr vielen Storys markiert und Leute schicken mir andauernd Nachrichten. Diesen Clip in Zeitlupe im Fernsehen und im YouTube-Livestream zu zeigen ist so respektlos und ärgerlich. Ich bin eine Athletin und will meine beste Leistung zeigen. Um ehrlich zu sein, ist es mir unangenehm, dass Tausende Menschen diese Szenen gesehen haben. Wir müssen aufhören Frauen im Sport zu sexualisieren und anfangen, ihre Leistungen zu schätzen."

Der übertragende Sender ORF entschuldigte sich im Nachgang. (msc/sid)