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Schleswig-Holstein: "Endlich wieder Geld verdienen" - Clubbetreiber in Feierlaune

Mehr Freiheiten durch 3G-Regelung in Schleswig-Holstein

"Endlich wieder Geld verdienen" - Clubbetreiber in Feierlaune

ARCHIV - Partygäste tanzen am 17.04.2010 in der Diskothek Bellevue in Frankfurt (Oder). Das geplante neue Tarifsystem des Musikrechte- Verwerters GEMA bedroht nach Einschätzung von Politikern der Koalition in Schwerin Musikveranstaltungen. Bei Diskot
Volle Clubs und tanzen ohne Maske, das ist in Schleswig-Holstein ab 20. September möglich.
dpa, Patrick Pleul

Volle Discos und Hallen ohne Maskenpflicht

Endlich wieder in Clubs tanzen und feiern, als ob es Corona nie gegeben hätte. Für viele ist das noch unvorstellbar. Ab dem 20. September soll aber nun in Schleswig-Holstein die 3G-Regel gelten. Das bedeutet, die Corona-Beschränkungen für Geimpfte, Genesene oder Getestete fallen im nördlichsten Bundesland weitestgehend weg. „Gerade wir als Clubbetreiber, wir werden die Chance jetzt nutzen und endlich wieder Geld verdienen", sagt Joey Claußen. Er betreibt den Club Joy in Henstedt-Ulzburg.

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Tanzen ohne Maske - wie früher

Joey Claußen, Clubbetreiber aus Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein.
Joey Claußen, Clubbetreiber aus Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein.
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Ein wichtiger Schritt für Joey Claußen – tatsächlich kann hier ohne Maske getanzt werden. "Wir sind immer noch in einer Pandemie. Das heißt, wir haben eine sehr variable Entwicklung und wir wissen eigentlich, wenn wir mal ganz ehrlich sind, alle nicht, wo das Boot hier noch hinsteuert. Dennoch sollten wir den Moment jetzt mitnehmen.“ Im Nachbarbundesland Hamburg sind die Regeln dagegen noch strenger. "Warum soll ich meinen Club aufmachen, wenn ich nur 150 Leute mit Maske reinlassen kann. Das ist für uns defizitär", erklärt Felix Stockmar, Vorstand vom Clubkombinat in Hamburg.

Kurs: Normalität

Prof. Helmut Fickenscher, Virologe in Kiel.
Prof. Helmut Fickenscher, Virologe in Kiel.
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Schleswig-Holsten geht also mehr auf Kurs Normalität. Aber nicht jeder Schleswig-Holsteiner kann diese Entwicklung nachvollziehen. „Ich finde das ist der Schritt in die völlig falsche Richtung“, äußert eine Passantin in Kiel einer RTL Nord-Reporterin gegenüber. „Wir müssen uns noch mehr schützen. Ich arbeite viel mit Krebspatienten, ich bin geimpft, aber ich kann es ja trotzdem übertragen.“ Der Virologe Prof. Helmut Fickenscher rät auch zur Vorsicht: „Die neuen Beschlüsse setzten natürlich voraus, dass man sich im Allgemeinen umsichtig benimmt und eben engen Kontakt möglichst vermeidet.“

Maskenpflicht im Nahverkehr und Einzelhandel bleibt

Schleswig-Holsteins Landesregierung hat die neue Regelung am Dienstag angekündigt. So soll die Maskenpflicht bei Veranstaltungen, im Sport und der Gastronomie enden. Auch werden Kapazitätsbeschränkungen aufgehoben. Wo die Einhaltung der 3G-Regel nicht praktikabel überprüft werden kann, bleibt es bei den bestehenden Regeln, etwa im Einzelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr.

Ampelsystem statt Inzidenz

Bei der Bewertung der Corona-Lage, soll ab dem 20. September zukünftig auch ein Ampelsystem das Leben der Schleswig-Holsteiner regeln.

  • Bei Rot können Organisatoren selbst entscheiden: Entweder gilt 3G, plus Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkung oder es gilt 2G, das heißt, Zutritt haben dann nur Geimpfte und Genesene ohne weiteren Auflagen.
  • Bei Gelb gilt, überall dort, wo die 3G-Regeln eingehalten werden können, entfallen die Corona-Auflagen wie Kapazitätsbeschränkungen und Maskenpflicht.
  • Wenn die Ampel auf Grün springen sollte, gibt es keinerlei Grundrechtseinschränkungen mehr.

Hierbei wird nicht mehr nur die Inzidenz als Richtwert genommen, sondern auch darauf geschaut, wie viele Menschen in Krankenhäusern neu aufgenommen worden sind. "Eine sehr vernünftige Entscheidung“, so Virologe Fickenscher. Bewertungen durch entsprechende Gremien seien besser als die Abhängigkeit von Messwerten, wie den reinen Inzidenzzahlen. (dpa/nid)