2019 M01 5 - 15:57 Uhr

Viele Kinder leiden unter psychischer Misshandlung

Die Wunden sind nicht sichtbar, aber sie schmerzen. Wie in der letzten Folge von "Der Lehrer" erleben viele Kinder alltäglich seelische Gewalt durch verbale Angriffe, Ausgrenzung, Vernachlässigung oder Demütigung. Es ist die häufigste Form von Gewalt und wird sowohl bewusst, als auch unbewusst zugefügt. Das passiert in Familien, aber auch in Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen. Anhaltende psychische Gewalt kann schwere Folgen haben.

Was ist psychische oder emotionale Misshandlung?

Von psychischer Misshandlung bei Kindern wird laut Kinderschutzbund Nordrhein-Westphalen gesprochen, wenn Kindern wiederholt oder dauerhaft das Gefühl vermittelt wird, sie seien wertlos, ungewollt, dumm und nicht liebenswert. Das passiert zum Beispiel wenn Kindern ständig durch Androhung von Gewalt oder Bestrafung Angst gemacht wird, wenn sie eingeschüchtert, ausgegrenzt oder isoliert werden. Wie zum Beispiel durch regelmäßiges Einsperren in einen dunklen Raum.

Auch verbale Verspottung und Abwertung von Wünschen oder Fähigkeiten können zu psychischer Gewalt werden. Dazu gehören auch scheinbar harmlosere Formen der Ablehnung und psychischen Bestrafung, etwa die ständige demütigende Bevorzugung von Geschwistern, die Isolierung des Kindes von sozialen Kontakten oder die Bestrafung mit andauerndem Liebesentzug, so die Präventionsstelle der Polizei.

Doch auch das Drängen des Kindes in die Rolle eines Erwachsenen oder in das Leben, das die Eltern selbst gerne geführt hätten, kann zu einer Überforderung des Kindes und zu einer psychischen Belastung werden.

Das sind die Folgen von emotionaler Gewalt

Anders als bei körperlicher Gewalt, sieht man die seelische Misshandlung einem Kind nicht unbedingt an. Wie schlimm die Folgen von Misshandlung sind, hängen stark von Art und Dauer der Misshandlung, aber auch von der Persönlichkeit des Kindes ab. Das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen der Betroffenen wird langfristig geschädigt. So fühlen sich Betroffene oft ihr Leben lang in einer Opferrolle. Oder sie zeigen umgekehrt aggressives Verhalten, um ihr Verhalten abzureagieren. Doch auch schwere psychische Störungen, Angstzustände und Bindungsprobleme können die Folgen von psychischem Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen sein.