Britische Forscherin entwirft revolutionäres Spielzeug

Labrador Zack kann mit dem "DogPhone" sein Frauchen anrufen

Ilyena Hirskyj-Douglas mit ihrem zehnjährigen Labrador „Zack“.
Ilyena Hirskyj-Douglas mit ihrem zehnjährigen Labrador „Zack“.
© University of Glasgow

01. Dezember 2021 - 14:50 Uhr

Trotz Distanz mit dem Hund vereint sein

Zwischen zwei Meetings am Laptop kurz mal mit dem Hund knuddeln. Für viele Menschen im Homeoffice hat sich das während der Pandemie als absoluter Pluspunkt entwickelt. Doch was passiert, wenn sich der geliebte Vierbeiner und Frauchen oder Herrchen wieder trennen müssen, weil plötzlich wieder das Büro ruft? So ging es auch Dr. Ilyena Hirskyj-Douglas, als sie wieder zurück an die Universität Glasgow zum Lehren musste. Sie hat ihren Vierbeiner vermisst und sich etwas einfallen lassen: ein Spielzeug, über das sie ihren Labrador Zack per Video sehen kann.

So können die Hunde beim Besitzer anrufen

Der 10-jährige Labrador Zack lebt zusammen mit seinem Frauchen Ilyena Hirskyj-Douglas in Schottland. Wenn er mal alleine zuhause ist, kann er mithilfe eines Spielzeugs bei Ilyena anrufen. Das Ganze funktioniert so: Indem er einen Ball mit einem Beschleunigungsmesser aufhebt und schüttelt, setzt er einen Videoanruf auf einem Laptop in ihrem Wohnzimmer ab. Dadurch kann der Labrador Zack seine Besitzerin sehen und mit ihr interagieren, wann immer er möchte.

Andersherum ist es ebenfalls möglich: Zacks Besitzerin kann ihn genauso anrufen, allerdings ist es dann in Hunde-Hand, ob Zack abnehmen möchte oder sie doch lieber ignoriert und in Ruhe auf dem Sofa weiterschläft.

DogPhone Prototypen bereits im Mittelpunkt einer Forschung

Die University of Glasgow hat in Zusammenarbeit mit der Aalto University in Finnland ein Gerät entwickelt, womit Haustiere ihre Besitzer per Video anrufen können. Das ganze System nennt sich 'DogPhone' und ist das erste überhaupt in dieser Art und Weise.

Klingt skurril, funktioniert aber wirklich! Die Ergebnisse der Interaktionen mit DogPhone-Prototypen von Forscherin Ilyena Hirskyj-Douglas und ihrem Labrador Zack stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungspapiers, das auf der ACM Interactive Surfaces and Spaces Conference 2021 in Polen vorgelegt wurde.

Mit Blick in die Zukunft sagt Dr. Hirskyj-Douglas gegenüber glasgowlive.co.uk sogar: "Es gibt Hunderte mit dem Internet verbundene 'intelligente Spielzeuge' auf dem Markt, die Hundebesitzer für ihre Haustiere kaufen können. Von Fitnessmonitoren bis hin zu ferngesteuerten Leckerli-Spendern. Es wird erwartet, dass sogenannte 'Smart Toys' für Haustiere bis 2025 eine 20-Milliarden-Dollar-Industrie sein werden."

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Dr. Ilyena Hirskyj-Douglas forscht an Tier-Computer-Interaktionen

Dr. Hirskyj-Douglas ist Spezialistin für Tier-Computer-Interaktion an der School of Computing Science der Universität Glasgow. Sie erforscht neue Wege und Methoden, um das Leben von Haustieren durch Technologie zu bereichern. Außerdem geht sie der Frage nach, was es für Tiere bedeutet, mit Technologien zu interagieren und wie wir einen sinnvollen Austausch zwischen Mensch, Tier und unserer Umwelt schaffen, gestalten und unterstützen können. Einige ihrer Arbeiten umfassen Systeme für Hunde zur Kommunikation über das Internet, wie zum Beispiel dem DogPhone und neuartige Systeme für Affen zum Abspielen von Video- und Audiodateien. (ljo)