RTL News>News>

Reservat in Simbabwe: Wenn Elefanten umziehen müssen - ein neues Zuhause für Dickhäuter

Reservat in Simbabwe: Wenn Elefanten umziehen müssen - ein neues Zuhause für Dickhäuter

Diese Aktion rettet den Elefanten das Leben

Eine ganze Elefantenherde liegt auf dem Boden, drumherum Menschen mit Gewehren und Jagdausrüstung . Doch was auf den ersten Blick aussieht wie ein Schlachtfeld, ist eine gut geplante Rettungs- und Umsiedlungsaktion für die gefährdeten Dickhäuter. Die RTL-Afrika-Korrespondentin Nicole Macheroux-Denault war vor Ort und hat die Aktion begleitet.

Elefanten-Umzug erfordert viel Planung

Elefanten-betaeubt
Nein, die Elefanten sind nicht tot: Die Tiere werden vor ihrer Reise betäubt, damit der Transport weniger stressig für sie ist.

600 Tiere leben im privaten Reservat von Willi Papst, einem deutschen Unternehmer, in Simbabwe. Das sind zu viele für die kleine Ranch, die Elefanten vermehren sich einfach zu schnell - sie fühlen sich zu wohl. Deshalb sollen sie umgesiedelt werden: In das neue Reservat von Ralph Koczwara, ebenfalls einem Deutschem, im Norden von Simbabwe. Doch die Tiere lassen sich nicht einfach so einpacken, transportieren und wieder auspacken: Für den Elefanten-Umzug ist viel Planung und Vorbereitung nötig.

Die Dickhäuter müssen betäubt werden, in Container gehieft und rund um die Uhr auf dem 24 Stunden langen Transportweg betreut werden. Und dann kommt der Moment, auf den alle gewartet haben: Die Tiere stapfen aus ihren Containern, erblicken ihr neues Zuhause - und nur wenige Stunden später plantschen sie schon an ihrem neuen Wasserloch. Auch die Kleinsten haben ihre lange Reise unbeschadet überstanden.

Die ganze Umsiedelungs-Aktion und was unser Team mit den sanften Riesen erlebt hat, sehen Sie in unserem Video.

Elefanten würden in der freien Wildbahn nicht lange überleben - skrupellose Wilderer würden sie töten

Doch wozu eigentlich der ganze Aufwand, warum ein Leben im Reservat? In der freien Wildbahn, ohne hohe Zäune und Aufpasser, würden die Elefanten nicht lange überleben. Denn trotz des Elfenbein-Handelsverbotes von 1989 werden die Tiere wegen ihrer Stoßzähne weiter abgeschlachtet . Gerade in Asien boomt der Handel mit dem Rohstoff.

Darum gibt es mittlerweile viele kleinere, private Reservate wie die der beiden deutschen Unternehmer: Sie wollen dem sinnlosen Töten der grauen Riesen nicht länger zuschauen und scheuen daher keine Kosten und Mühen, um so viele von ihnen wie möglich zu retten.