Beamte können über solche Mini-Renten nur lachen

Warum 3.000 Euro Rente im Monat auch für Besserverdiener kaum möglich sind

Ein Rentner zählt sein Kleingeld.
Ein Rentner zählt sein Kleingeld.
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27. Dezember 2021 - 8:59 Uhr

40 Rentner erhalten erstmals über 3.000 Euro Rente

Es sind Zahlen, die nachdenklich machen. Es sind Zahlen, die wütend machen. Der neue Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung weist ganze 40 Rentner aus, die Ende 2020 eine Rente von mehr als 3000 Euro erhielten. Der Rest der Rentenbezieher liegt deutlich darunter. Beamte können über solche Mini-Renten offenbar nur lachen.

3.000 Euro Rente rechnerisch kaum möglich

Wie das Rentenportal "Ihre Vorsorge" berichtet, ist der Erhalt einer Rente von über 3.000 Euro rechnerisch gar nicht möglich, wenn man 45 Jahren lang den Höchstbetrag in die Rentenkasse eingezahlt hat. Entsprechend haben die glücklichen Rentner, die die 3.000-Euro-Grenze geknackt haben, tatsächlich ganze 50 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.

Die Deutsche Rentenversicherung hat nämlich ausgerechnet, welche Rente ein Besserverdiener mit Rentenbeginn ab Januar 2022 erwarten kann, der in 45 Berufsjahren immer den Höchstbeitrag an die Rentenkasse überwiesen hat: Es sind 2.962 Euro brutto oder 2.636 Euro netto. 3.000 Euro oder mehr Brutto-Rente im Monat sind für einen normalen Beschäftigten kaum zu erwarten.

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Es ist ein Szenario, das in der Praxis allerdings sehr unwahrscheinlich ist. Denn wer studiert hat und mit höheren Einstiegsgehältern rechnen kann, kommt derzeit eher nicht auf volle 45 Beitragsjahre. Und wer früh nach einer Ausbildung ins Arbeitsleben einsteigt, verdient die ersten Berufsjahre nicht soviel, dass er gleich den Höchstbetrag in die Rentenkasse zahlt.

Beamte erhalten über 3.100 Euro Pension im Monat - im Schnitt

Für den Durchschnitts-Beamten dagegen ist die Pension über 3.000 Euro eher der Normalfall. Denn die Pensionäre des öffentlichen Dienstes erhielten laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2020 ein Ruhegehalt von durchschnittlich 3110 Euro brutto im Monat (2019: 2970). Die Ausgaben für die Pensionen der ehemaligen Staatsdienern beliefen sich 2019 auf 48,8 Milliarden Euro, so die Statistiker weiter. Für ihre Altersvorsorge müssen Beamte dabei nicht einmal selbst aufkommen, das übernimmt der Staat oder genauer: der Steuerzahler mit der Mini-Rente.

Im Vergleich dazu beträgt der durchschnittliche Bruttobetrag für die Altersrente, die die gesetzliche Rentenversicherung auszahlt, mickrige 1413 Euro für das Jahr 2019, wie aus der Übersicht der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht. Von 3.000 Euro im Monat kann der Durchschnittsrentner nur träumen. (aze)