„Solange die Tiere ihren Freiraum haben, machen sie nichts“

Tierpfleger im Hamburger Haifischbecken: Wie gefährlich ist der Job?

Ein Tierpfleger geht im Aquarium im Tierpark Hagenbeck auf Tauchstation – zu den Haien.
Ein Tierpfleger geht im Aquarium im Tierpark Hagenbeck auf Tauchstation – zu den Haien.
© RTL Nord

19. Juli 2021 - 14:47 Uhr

Tierpfleger kümmern sich um mehr als 400 Meerestiere

Das Aquarium im Tierpark Hagenbeck gilt als eines der größten in Deutschland. Die Tierpflegerinnen und -pfleger kümmern sich um sieben Haie, acht Rochen und gut 400 weitere, kleine Fische. Jede Woche verteilen sie fast 50 Kilogramm Futter an die Tiere – und gehen sogar wöchentlich mit den Haien tauchen. Doch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wie gefährlich ist der Job in Hamburgs Haifischbecken?

Allein die Haie futtern pro Woche zehn Kilogramm Fisch

Im Hamburger Tierpark Hagenbeck hat im Haifischbecken unter anderem sie das Sagen: Pflegerin Annika Höffner. Ein kurzes Lächeln gleitet ihr über die Lippen, als sie Zebrahai Harry mit Abstand und einer Zange füttert: "Solange die Tiere ihren Freiraum haben, machen sie nichts", erzählt die 31-Jährige der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Pro Woche verfüttern sie und die anderen Pflegerinnen und Pfleger rund 49 Kilogramm Futter an die im Hai-Atoll lebenden Tiere. Allein etwa zehn Kilogramm Fisch verschlingen davon die zwei Zebra- und fünf Riffhaie.

Die Anforderungen an den Job sind hoch

Nicht nur deshalb sei der Beruf als Pflegerin eine "knallharte körperliche Arbeit", so Höffner. Denn: Neben einer dreijährigen Ausbildung müssen Tierpflegerinnen und -pfleger in der Aquaristik noch weitere Qualifikationen mitbringen: "Ich habe einen Tauchschein und mache viele Arbeiten unter Wasser", erzählt die Tierliebhaberin. Das Becken sei acht Meter tief, daher müsse man oft tauchen und aufräumen.

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1,8 Millionen Liter Wasser fasst das Aquarium und gilt damit als eines der größten Deutschlands. Wöchentlich steigen die Pflegerinnen und Pfleger zu den Haien, um das große Becken zu reinigen. Voraussetzung sei jedoch, dass die Meerestiere vorher satt seien, so Pflegerin Höffner. Doch ist das gefährlich? "Natürlich besteht immer eine gewisse Gefahr, wenn man mit Wildtieren zusammenarbeitet", berichtet die Sprecherin des Tierparks Sabina Bernhardt im Gespräch mit RTL Nord.

Doch das Risiko durch die Tiere sei so gering, dass die Haie im Becken nicht mal das Gefährlichste sind. "Beim Tauchgang geht vom Tauchen an sich eigentlich eine höhere Gefahr aus als von den Tieren", erzählt Bernhardt im RTL Nord-Interview. Deshalb würden die Pflegerinnen und Pfleger auch immer nur zu zweit tauchen gehen und regelmäßig vom Arzt auf ihre Tauglichkeit gecheckt.

Scheibe des Aquariums muss von Hand geputzt werden

Insgesamt ist der Beruf sehr vielseitig. Sogar das Gärtnern gehört dazu – unter Wasser natürlich. Denn nicht nur die große Scheibe, vor der sich Zoobesucher tummeln, müsse von Hand geputzt werden, sondern sie gärtnere auch viel im Becken, "um Nährstoffe für die Pflanzen in den Boden zu bringen", erzählt Höffner im Gespräch mit der dpa. Neben sportlichem Talent sollte man also auch einen grünen Daumen mitbringen, wenn man Tierpfleger im Haifischbecken werden will. (dpa/nfi)