"Geboren, um zu sterben"

Parvovirose-Gefahr! Tierheim warnt vor illegalem Welpenhandel

Das Tierheim Homburg warnt vor illegalem Welpenhandel
Das Tierheim Homburg warnt vor illegalem Welpenhandel
© Tierheim Homburg

04. Mai 2021 - 14:47 Uhr

Fehlender Impfschutz kann zum Tod führen

"Es ist der absolute Horror eines jeden Tierheimmitarbeiters, diese kleinen Fellknäule elendig zu Grunde gehen zu sehen." Mit diesen Worten macht das Tierheim Homburg in einem emotionalen Facebook-Post auf die grausamen Folgen illegalen Welpenhandels aufmerksam. Ein fehlender Impfschutz kann bei den kleinen Hunden zu Parvovirose führen – eine Erkrankung, die in den meisten Fällen tödlich verläuft.

Welpen wurden in Pappkarton auf der Straße gefunden

Vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie boomt der illegale Welpenhandel. Die Folge: Hilflose Tiere erhalten keinen ausreichenden Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten, beispielsweise in Form einer Impfung. So auch ein Hund, von dem das Tierheim Homburg berichtet. Als das Tier mit seinem Bruder im Alter von wenigen Wochen auf der Straße ausgesetzt in einem Pappkarton gefunden wurde, waren sie bereits zu kraftlos, um sich noch bewegen zu können. Trotz intensivmedizinischer Versorgung verlor der Hundewelpe ein paar Tage nach seinem Bruder den Kampf gegen die Infektionskrankheit Parvovirose. Der Tod hätte durch einen gültigen Impfschutz verhindert werden können.

Dieser Hund wurde mit seinem Bruder auf der Straße ausgesetzt.
Dieser Hund wurde mit seinem Bruder auf der Straße ausgesetzt und wird nun im Tierheim aufgepäppelt.
© Tierheim Homburg

Parvovirose betrifft vorwiegend Hunde im Welpenalter

Parvovirose ist eine Viruskrankheit, die vorwiegend Hunde im frühen Welpenalter betrifft. Zu den Symptomen gehören Fieber, Appetitlosigkeit, Apathie, flüssiger oder blutiger Durchfall oder ein schwaches Immunsystem. Bei einer Erkrankung sollte sofort ein Tierarzt konsultieren, um den Zustand des Hundes durch Medikamente und Infusionen zu kurieren. Ab der achten Lebenswoche können Hunde gegen Parvovirose geimpft werden, der Schutz sollte jährlich aufgefrischt werden.

Lese-Tipp: Was Sie beim Kauf eines Hundes beachten sollten

"Helft uns, den Tieren zu helfen"

"Aktuell häufen sich diese Fälle leider wieder sehr vermehrt. Wir lesen jeden Tag von anderen Kollegen, die mit dem gleichen Problem kämpfen. Das ist nicht nur physisch und psychisch ein Problem. Es ist vor allem auch ein finanzielles Problem. Viele dieser armen Hundekinder müssen stationär in einer Klinik versorgt werden. Selbst dann ist die Überlebenschance sehr gering", erklärt das Tierheim Homburg auf seiner Facebook-Seite.

An Personen, die planen, sich ein Tier anzuschaffen, appelliert das Tierheim: Keine Tiere auf einem Parkplatz, in einem Treppenhaus, aus dem Auto heraus oder sonst wie auf der Straße adoptieren. Außerdem sollte die Möglichkeit bestehen, das Muttertier, die Geschwister und die Umgebung anzuschauen. Ein kritisches Auge ist laut des Tierheims wichtig, um illegale Transporte, unseriöse Angebote etc. aufzudecken: "Seid vernünftig, helft uns den Tieren zu helfen. Klärt in eurem Bekanntenkreis auf, in euren Familien, zeigt Alternativen auf, meldet unseriöse Angebote bei eBay und Co. Sprecht draußen beim Spazieren gehen die Menschen an. Teilt diese Beiträge.
So lange, bis es auch der letzte verinnerlicht hat. Nur zusammen können wir dieses furchtbare Problem des Welpenhandels in den Griff bekommen. Es darf einfach nicht so weiter gehen... Es ist einfach kaum noch zu schaffen... Es wirkt wie ein Fass ohne Boden und es ist einfach so so ungerecht… Und helft uns, den Tierschutzvereinen, die finanziellen Löcher zu stopfen... Damit wir gemeinsam weiter gegen diese Windmühlen kämpfen können."

JOS

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