Irre Foltermethoden in Papua-Neuguinea

Hier werden "Hexen" bis heute verbrannt

Unfassbare Videos: Hier werden "Hexen" bis heute verbrannt Irre Foltermethoden in Papua-Neuguinea
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Irre Foltermethoden in Papua-Neuguinea
Unfassbare Videos: Hier werden "Hexen" bis heute verbrannt

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Brutale Misshandlungen mit glühenden Metallstäben

Es sind kaum auszuhaltende Bilder, die die Qualen vieler Frauen aus Papua-Neuguinea dokumentieren. Mit glühenden Metallstäben foltern hunderte Dorfbewohner wehrlose Dorfbewohnerinnen, die als besessen gelten. Die mutmaßlichen Hexen werden bei lebendigem Leibe verbrannt. Im Video sehen Sie, wie die traumatisierten Überlebenden von den höllischen Schmerzen berichten.

"Mein Mann war an der Vorbereitung für meine Folter beteiligt"

Nackt und voller Scham werden die mutmaßlichen Hexen vor hunderten Dorfbewohnern gequält
Nackt und voller Scham werden die mutmaßlichen Hexen vor hunderten Dorfbewohnern gequält
privat

"Mein Mann war an der Vorbereitung für meine Folter beteiligt. Er hat Eisen bereitgelegt, das Benzin, die Blechteile. Als alles bereit war, hat er das Eisen einem anderen Mann gegeben und gesagt 'Folter diese Frau'“, berichtet Sally. Die Frau soll von einer Hexe besessen gewesen sein. Ihr Heimatdorf machte sie verantwortlich für den Tod eines Mannes, weshalb sie die Dorfgemeinschaft auf einen brennenden Scheiterhaufen stellte. "Mein erstgeborener Sohn hat mich danach schnell aus dem Feuer geholt." Tiefe Wunden zeugen von der unfassbaren Tat. Bis heute ist Sally verstümmelt und schwer traumatisiert.

Frauen sind willkürlicher Sündenbock für entstandenes Leid

Sally wurde für den Tod eines Mannes verantwortlich gemacht, dann wollte sie ihr eigener Mann foltern.
Sally wurde für den Tod eines Mannes verantwortlich gemacht, dann wollte sie ihr eigener Mann foltern.
RTL

Das katholische Hilfswerk Missio engagiert sich seit Jahren in dem Land, um den Opfern zu helfen. Missio-Sprecher Jörg Nowak berichtet: "Die sexuelle Dimension scheint immer eine Rolle zu spielen. Das fängt mit dem Herunterreißen der Kleidung an. Wenn man sich vorstellt, dass diese Frau entblößt und nackt vor allen 600 Dorfbewohnern steht, ist das schon die erste Scham und Schande. Es geht dann weiter bis hin zur Vergewaltigung mit glühenden Buschmessern und schwersten Verletzungen."

Nowak war selbst in Papua-Neuguinea. Er kennt Dörfer, in denen Hexenprozesse abgehalten werden. Frauen wurden dort an Pfähle gefesselt – und sobald sie wehrlos waren mit dem glühenden Metallstab verbrannt. Das perfide: Die Frauen werden willkürlich ausgesucht und zum Sündenbock für entstandenes Leid im Ort gemacht. "Manchmal sind es Frauen, die entweder sehr stark oder alleinstehend sind. Aber die Gründe kommen meistens von außen. Da ist jemand in der Dorfgemeinschaft gestorben und dann gibt es Orakel“, erklärt Nowak.

Polizeibehörden ignorieren die Hexenverbrennungen

Sogenannte „Glasmänner“ machen aus der Hexenverfolgung zudem ein lukratives Geschäft: Sie gehen zu Beerdigungen und bieten an, den Schuldigen für den Tod der gerade beerdigten Person zu finden. „Dafür nehmen sie sehr viel Geld“, weiß Missionspriester Philip Gibbs.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass jährlich rund 200 Menschen als Hexen in Papua-Neuguinea getötet werden. Genaue Zahlen gibt es nicht. Doch der Inselstaat ist nicht das einzige Land, in dem Menschen als Hexen verfolgt werden. Betroffen sind hauptsächlich Frauen, selten Männer und manchmal auch Kinder in insgesamt 36 Ländern der Welt. Überlebende werden nach der Folter oft ausgegrenzt, müssen mit der Angst leben, erneut beschuldigt zu werden, sobald jemand im Ort sterben sollte.

Die Täter werden von den Behörden in Papua-Neuguinea nicht verfolgt – im Gegenteil: Der Aberglaube ist auch bei der Polizei tief verankert und beschränkt sich nicht allein auf die ländlichen Gegenden.