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Organhandel: Politiker Ike Ekweremadu wollte offenbar Kind nach Großbritannien einfliegen lassen

Polizei in Großbritannien nimmt Ehepaar fest

Moderner Sklavenhandel! Spitzenpolitiker wollte offenbar Kind einfliegen lassen, um dessen Organe zu verkaufen

Ike Ekweremadu (l.) und seiner Frau droht in Großbritannien eine lange Haftstrafe.
Ike Ekweremadu (l.) und seiner Frau droht in Großbritannien eine lange Haftstrafe.
Getty Images

Wollten sie zusammen ein Kind aus Afrika einfliegen lassen und dessen Organe teuer verkaufen? Genau das wird einem Mann und seiner Frau in Uxbridge ( Großbritannien ) vorgeworfen. Die Ermittler sprechen von „moderner Sklaverei“. Der Mann ist ein nigerianischer Spitzenpolitiker.

Polizei: Paar aus Nigeria soll Organhandel vorbereitet haben

Beatrice Nwanneka Ekweremadu (55) und Ike Ekweremadu (60) sollen die Einreise eines Kindes nach England vorbereitet haben. Ihr Ziel: Organhandel.

Das teilte die örtliche Polizei mit. Die beiden Nigerianer sollen am Donnerstag dem Richter vorgeführt werden. Das Kind wurde den Beamten zufolge in Sicherheit gebracht.

Ike Ekweremadu ist ein nigerianischer Anwalt und Politiker. Von 2007 bis 2019 war er Vizepräsident des nigerianischen Senats. Er ist Abgeordneter für die People’s Democratic Party, die in Nigeria seit 1999 an der Macht ist. In Großbritannien ist Ekweremadu als Gastprofessor an der Universität Lincoln ernannt worden.

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Großbritannien: Ermittler erhielten Hinweise auf Menschenhandel

Wo die beiden Tatverdächtigen festgenommen wurden und wo sie sich aktuell aufhalten, teilte die Polizei nicht mit. Vermutlich wurden die Ekweremadus aber am Flughafen Heathrow in London aufgegriffen.

Bereits im Mai sollen britische Ermittler Hinweise auf Menschenhandel erhalten haben. Die Handlungen verstoßen demnach gegen Gesetze, die „moderne Sklaverei“ bekämpfen sollen.

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Afrika: Sklaven- und Organhandel bleiben ein großes Problem

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Afrikaner und Afrikanerinnen, die sich auf den Weg nach Europa machen, werden auf ihrer Reise immer wieder abgefangen, insbesondere in Libyen. Dort müssen die Gefangenen häufig entweder als Sklaven arbeiten, ihre Organe werden verkauft oder ihre Familien werden mithilfe der Geiseln zu Lösegeldzahlungen gezwungen. (jda)