Brigitte Biesel (81) leidet seit Jahren unter starken Schmerzen

Omi Brigitte backt Haschkekse: "Seit ich die nehme, kann ich wieder wunderbar schlafen"

04. Januar 2019 - 22:34 Uhr

Dank medizinischem Cannabis geht es ihr besser

Haschkekse, Hanfkekse, Space Cookies - wie man das Cannabis-Gebäck auch nennt. Mit einer Rentnerin wie Brigitte Biesel bringt es wohl niemand in Verbindung. Doch diese Oma backt Haschkekse - und zwar ganz legal. Denn sie bekommt medizinisches Marihuana auf Rezept. Warum die Kekse ihr besser helfen als alle Schmerzmittel, die ihr vorher verschrieben wurden, das erklärt die 81-Jährige im Video.

Vorbehalte gegen Rezepte für Cannabis

Seit März 2017 können Ärzte in Deutschland Cannabis für Menschen verschreiben, die chronisch krank sind. Die Kassen erstatten die Kosten, wenn nachweislich kein anderes Medikament hilft. Doch da gibt es noch Schwierigkeiten.

"Es ist nicht einfach, das bei den Kostenträgern zu etablieren", erklärt Professor Judith Haas vom Zentrum für Multiple Sklerose (MS) am Jüdischen Krankenhaus Berlin. "Die Kassen hatten wohl Angst, dass sie eine Flut von Anträgen erreicht, die kostenmäßig nicht zu bewerkstelligen ist." Deshalb merke man gewisse Vorbehalte, so die Medizinerin.

Medizinisches Marihuana mit hohen Kosten verbunden

Ein Mann hält Cannabisblüten in der Hand
Cannabisblüten werden in Apotheken auf Rezept verkauft.
© deutsche presse agentur

Im Vergleich zu herkömmlichen Schmerzmitteln sind Cannabisblüten in der Apotheke derzeit um ein vielfaches teurer. Pro Monat kostet Cannabis hier zwischen 300 und 2.200 Euro, je nach Dosis im Rezept. Bei Schmerzmitteln liegen die monatlichen Kosten zwischen 96 und 234 Euro.

In vielen Bereichen fehlen auch noch Studien und verlässliche Daten zur Wirksamkeit von Cannabis als Medikament. Eva Hoch, die an der Uni München zu Cannabinoiden forscht, empfiehlt die Anwendung auf Grund der Studienlage "bei chronischen Schmerzen, bei Menschen, die in Chemotherapie Schmerzen haben oder bei HIV und Aids sowie MS". Hier kann Cannabis das Leben besser machen, wie für die Haschkeks-Omi Brigitte Biesel, die wieder freudig durchs Leben geht.