Turn-Ikone steigt aus Wettkampf aus

"Medizinisches Problem": Drama um Turn-Superstar Simone Biles

Simone Biles hat das Mehrkampf-Finale abgebrochen.
Simone Biles hat das Mehrkampf-Finale abgebrochen.
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27. Juli 2021 - 23:51 Uhr

Sie hat die Grenzen des Sports verschoben

Sie ist die größte Faszination, die die Turnwelt zu bieten hat: Die Amerikanerin Simone Biles hat die Grenzen ihres Sports längst verschoben. Bei den Olympischen Spielen soll sie nun eigentlich neue Heldengeschichten schreiben. Doch beim Mannschafts-Finale der US-Schock: Sie steigt plötzlich aus. Offenbar ist sie verletzt. Was das nun für die weiteren Wettbewerbe bedeutet, das ist noch nicht klar.

Offenbar Probleme mit dem rechten Bein

Bereits nach dem ersten Gerät ist Schluss für Simone Biles. Der amerikanische Superstar steigt aus dem Mannschaftsfinale der Olympischen Spiele in Tokio aus. Dabei stehen noch drei weitere Geräte auf dem Plan. Die Rekord-Weltmeisterin absolvierte nur den Sprung und blieb dort deutlich unter ihren Möglichkeiten. Anschließend verschwand sie in den Katakomben, kehrte wenig später mit einem Trainingsanzug bekleidet zurück und verfolgte den Wettkampf als Zuschauerin. Was ist los? Nun, die 24-Jährige musste "aus medizinischen Gründen" abbrechen. Dies erklärte ihr Verband. Nach Informationen von ESPN hat sie eine Verletzung am rechten Bein erlitten.

Nun, das Aussteigen aus dem Wettbewerb kommt nicht gänzlich ohne Vorankündigung. Bereits in der Qualifikation waren der 24-Jährigen ungewohnte Fehler unterlaufen. Eine unsaubere Landung am Boden und ein verstolperter Abgang vom Schwebebalken hatten nicht nur Biles selbst sehr verblüfft, sondern auch dem US-Turnteam den Weg auf den gewohnten ersten Platz versperrt. Ob sie da schon verletzt war, ist unklar.

Teamchef kritisiert US-Team und Biles

Die Patzer schienen die sonst so dominante Biles ziemlich aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben. Und das ist offenbar wörtlich zu nehmen "Im Moment habe ich wirklich das Gefühl, dass ich das Gewicht der ganzen Welt auf den Schultern trage", offenbarte die Jahrhundert-Turnerin am Tag nach der verbockten Qualifikation via Instagram und schob sarkastisch hinterher: "Ich weiß, ich bürste es ab und lasse es so aussehen als würde der Druck keinen Einfluss auf mich haben, aber verdammt, manchmal ist es hart hahaha."

Im Mehrkampf wurden tatsächlich nicht weniger als vier perfekte Übungen von der Rekord-Weltmeisterin erwartet. Diese Erwartungshaltung formulierte Teamkoordinator Tom Forster gnadenlos klar: "Die Vorrunde war ein Weckruf, wir müssen daraus lernen. Wir müssen uns dringend darauf konzentrieren, die Fehler zu beheben." Zwar waren auch Biles' Teamkolleginnen nicht ohne Patzer geblieben, doch Adressatin der Kritik war zweifellos in erster Linie die viermalige Olympiasiegerin von Rio 2016. (tno/dpa/sid)