Gleich zwei Schicksalsschläge!

Das tragische Jahr unserer Gold-Heldin Julia Krajewski

Julia Krajewski küsst die Gold-Medaille.
Julia Krajewski küsst die Gold-Medaille.
© imago images/Stefan Lafrentz, Stefan Lafrentz via www.imago-images.de, www.imago-images.de

03. August 2021 - 8:24 Uhr

"Ich fühle mich ein bisschen wie in einem Film"

In einem Jahr voller Höhen und Tiefen misst Vielseitigkeitsreiterin Julia Krajewski ihrem Olympiasieg sogar eine hollywoodreife Dimension bei. "Es zeigt dann doch, dass Märchen manchmal wahr werden", sagte die 32-Jährige, die als erste Frau Gold in der Einzelwertung gewonnen hatte: "Ich fühle mich ein bisschen wie in einem Film, bei dem man denkt: Zum Glück hatte der Autor jetzt Erbarmen mit der Hauptfigur, und es ist ein Happy End passiert."

Team D feiert zweimal Gold und zweimal Silber

"Vielleicht haben andere schon mehr verstanden, was es bedeutet"

Gerade Anfang des Jahres hatte Krajewski viele emotionale Nackenschläge verkraften müssen. Ihr Vater verstarb, der aber "diese Woche immer bei mir war", wie die Warendorferin sagte. Zudem musste sie ihr Spitzenpferd Samourai du Thot in den Ruhestand schicken.

Deshalb sei der Triumph von Tokio auch nach der ersten Nacht als Olympiasiegerin "immer noch überwältigend", die Ausmaße konnte Krajewski immer noch nicht begreifen. "Vielleicht haben andere schon mehr verstanden, was es bedeutet", sagte sie: "Aber ich wirklich noch nicht."

Einen großen Dank sprach Krajewski ihrer elfjährige Stute Amande de B'Neville, liebevoll "Mandy" genannt, aus. "Ein ganz großer Teil gehört ihr, weil ohne Pferd kein Reiter. Sie ist in dieser Woche über sich hinausgewachsen", schwärmte die Pferdewirtschaftsmeisterin: "Sie hat so für mich gekämpft, das macht mit unheimlich stolz." (tno/sid)